2008-04-12

12-04: Stockholm²

Wow, die erste Nacht in einem Schlafsaal ohne jegliche Fenster war vorüber. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in völliger Dunkelheit geschlafen habe (und damit meine ich nicht einfach die Augen schließen); es war zugleich auch die erholsamste aller bisherigen Nächte.
Wir versuchten erst gar nicht, Gesamt-Stockholm in 2 Tagen zu absolvieren, aber es war auch schwer, selbst bei nur 2 Personen auf einen Nenner zu kommen.
Für das erste Ziel des heutigen Tages einigten wir uns somit auf das "Historiska Museet"; nicht wirklich erwähnenswert, da ein Museum, was überall bestaunt werden kann. Interessant waren die Ausstellung zur prehistorischen Zeit (800 n.Chr. - 1050 n.Chr.) und zur Wikingerzeit. Den Abschluß bildete der "Goldraum". Dort befanden sich einige sehr schöne Dinge aus Gold neben langweiligen Goldmünzen.
Auf dem Weg zur nächsten Haltestelle kamen wir unfreiwillig in eine Parade der königlichen Garde, vielmehr waren es die königliche Kapelle und ein Teil der königlichen Armee, die (separat) durch die Straßen strichen, gefolgt vom hauseigenen Armeebus.
Aber kommen wir zu einer sehr alten Straße von Stockholm, der Fjällgatan im Stadteil Södermalm.
Früher der Stadteil für die arme Bevölkerung, kann dort noch heute das älteste Haus Stockholms bestaunt werden. Es befand sich in Renovierungsarbeiten und bot somit kein schönes Fotomotiv. Immerhin erschloß sich eine schöne Sicht auf Stockholm von eben jenem Stadtteil.
Als nächstes erwartete uns der eigentliche Höhepunkte dieses Stockholmtages, Junibacken. Junibacken ist das Quasi-Astrid-Lindgren-Museum, nicht nur für Kindern voller Überraschungen. Die erste Überraschung war natürlich der Eintrittspreis, stolze 10 € für immerhin Studenten. Kurz nach dem Bezahlen ging es auch gleich zum Geschichtenzug (storytaget). Man entführte uns in die illustrierte Reise vieler Astrid-Lindgren-Bücher-Charaktere, solche wie Emil(=Michel), Karlsson vom Dach, Mio, Brüder Löwenherz und viele mehr. Doch das sollte erst der Auftakt sein. Weiter ging es in die Villa Kunterbunt (Villa Villekulla), recht eng für Ausgewachse, aber sicherlich ein großer Spaß für alle Kinder. Nichtsdestotrotz konnte ich kein übereinstimmendes Merkmal gegenüber der Villa Kunterbunt aus Pippi-Langstrumpf-Filmen ausmachen.
Dritte Station war neben weiteren Filmfigurausstellungen ein Kindertheater, sehr amüsant für Kinder. Doch das sollte es auch schon gewesen sein, ging es aber vor dem Ausgang noch durch den Souvenir-/Buchladen. Hier konnten nicht nur, sondern müssen regelrecht, Eltern ihre Kleinen mit allerlei Artikeln rund um Astrid Lindgrends Buchcharaktere eindecken. Das war also die "Gelddruckerei" Junibacken in Stockholm. Wir verließen Junibacken 1/2 h vor dem Schließen und mußten nach der Lautsprecherdurchsage dieser Information, psysisch mit schreienden und heulenden Kindern kämpfen; jene wollten einfach noch nicht gehen.
Das war Stockholm, wieder einmal sehr schön.
Immerhin mußten wir schon 11 Uhr am Morgen auschecken und durften noch bis 22 Uhr (nach allen berichteten Erlebnissen) auf unseren Nachtzug nach Umea warten.
Dummerweise hatten der Zug fast 2 Stunden Verspätung (bei der Ankunft in Stockholm) und schaffte es zudem noch, jene auf 4 Stunden zu verdoppeln (bei Ankunft in Umea). So kamen wir in Umea nach etwa 14 Stunden (und geplanten 10) letzendlich doch noch an. Einziger Wermutstropfen war das kostenlose Eindecken mit Artikeln aus dem Zugbistro, ein Quasi-Eingeständnis des Zugunternehmens aufgrund der verursachten Verspätung.

2008-04-11

11-04: Stockholm

Das war also nun Kopenhagen gewesen? Es kann nur besser werden und das wird es auch, den es geht nach Stockholm.
Aber vorher stand wieder einmal eine unangenehme Reise bevor; diesmal mit dem Bus und einer Ankunft gegen 6 Uhr früh in Stockholm. Doch zuvor mußten wir wieder über die Grenze und dort verlangteman den Paß und entgegnete unfreundliche Fragen, was wir denn in Dänemark verloren hätten (, weil wir nichts zu verzollen hatten,) seitens der Zollbeamten; wenigstens war der Drogenhund nett.
Nachdem wir dann auch irgendwann in der Früh in Stockholm ankamen, ging es sofort zum Wanderheim; das Teuerste auf der ganzen Reise. Als wir dort ankamen, stellte wir schmerzlich fest, daß eine 24 Stunden geöffnete Rezeption nicht bedeutet, 24 h lang die Möglichkeit hat einzuchecken. So blieben immerhin noch etwa 8 Stunden bis zum Bettenbeziehen. Die ersten 2 Stunden planten Michèle und ich die gesamten 2 Tage in Stockholm.
Immerhin gibt es hier ordentliche Metros, die auch aller 5 Minuten (oder weniger) fahren, und das regelmäßig. (Wenn ich dann in Reiseführern lese, daß Kopenhagen die skandinavische Hauptstadt sein soll, fällt mir nichts mehr dazu ein.)
Erster Akt war der Besuch im Armémuseum, Schwedens Militärgeschichte von 950 bis zur heutigen Zeit. Das Museum war von der Atmosphäre bisher das Beste. Man konnte sich richtig in die jeweilige Zeitepoche reinversetzen. Eine Menge Waffen: alte Waffen, große Ballermänner, moderne Ballermänner und Einige zum Ausprobieren (/Trockenschießen) versüßten diesen Museumsbesuch.

Danach ging es aber gleich zum schönsten Stadteil, "die Alte Stadt" (Gamla Stan). Dort streiften wir durch die engste aller Stockholmer Straßen (90cm, Mårten Trotzigs Graend), und neben einigen Kirchen und dem Marktplatz ist natürlich das Königliche Schloß die Hauptatraktion.

Im Januar war noch alles gesschlossen, jetzt konnte so einiges besucht/betreten werden. Das einzig Interessante, die königlichen Zimmer, waren natürlich noch geschlossen. Außerdem traf ich dort die Caro, eine Erasmusstudentin, die im letzten Semester in Umea studierten und mal schnell in Stockholm vorbeischaute.
Am königlichen Schloß durften natürlich die königlichen Wachen nicht fehlen; die Parade hatten wir leider verpaßt.
Weiter ging es über Kastellholmen mit dem Boot zum Stadtteil Skansen.
Dort besuchten wir das Vasamuseum. Dort konnte das vor 47 Jahren geborgene und vor 333 Jahren untergegange, schwedische Kriegschiff "Vasa" bestaunt werden. Das Schiffchen war echt groß und neben Filmen zur Bergung, Ausstellungen zur Bergung, zum Leben an Bord und Gründe für das Sinken konnten weitere, interessante Eindrücke auf über 6 Etagen gesammelt werden. Jetzt weiß ich auch, warum an Schweden nie einen Nobelpreis ging, die können ja nicht einmal Schiffe bauen.=)
Endlich hatten wir den Zeitpunkt zum Einchecken erreicht und nach einer erfrischenden Dusche ging es weiter zur Königichen Bibliothek. Gelinde gesagt, ein einziger Witz war jene. Der betretbare Raum faßte die Größe des Vorraums der THULB und es befanden sich dort vielleicht 100 alte Bücher und ein noch älteres Karteikartensystem.
Das war es also erst einmal für den ersten Tag in Stockholm!

2008-04-10

10-04: Kopenhagen, Versuch Nr.2

Obwohl ich mir den Schlafraum mit 9 anderen Personen teilte und über mir wieder wie wild gesägt wurde, schlief ich doch recht erholsam und der Tag begann glücklicherweise mit Sonnenschein, wenn auch noch recht naß von gestern. Der Bus ins Zentrum war wieder einmal total mit "Alten" überüllt; die demografische Katastrophe geht wahrscheinlich von Kopenhagen aus. Unfreundliche Gesichter blickten aus jeder Ecke.
Aber wir wollten andere alte Monumente in Kopenhagen sehen und davon gab es glücklicherweise reichlich.
Erster Akt an diesem Tag war der Besuch des Nationalmuseums (Nationalmuseet). Von Freunden wurde mir berichtet, viel Zeit für dieses einzukalkulieren.
Und so kam es dann auch, auf dem Papier eben 3 Stockwerke mit insgesamt 6 Ausstellung. Wir begannen mit der Ausstellung "Dänemark: 1660 - 2000". Hier wurde eindrucksvoll die Geschichte Dänemarks in jenem Zeitraum ausgestellt. Man fuhr mit sehr vielen Gegenstände und Fakten aus dieser Zeit auf und allein dieser Teil s Museums fraß 1,5 h.
Daneben (selbes Stockwerk) war eine ethongrafische Sammlung. Und diese hatte es wirklich in sich. Hier wurden Gegenstände viele Völker ausgestellt, von Afrika über Ozeaninen, China, Japan, Korea, Alaska und diverse Inselvölker. Ich habe noch nie eine so große Anzahl afrikanischer Gegenstände, beispielsweise, gesehen. Anfangs eher als Ausstellung, die man eigentlich überall finden kann, abgestempelt, erwies sich das glücklicherweise als ein Trugschluß.
Die nächste Ausstellung beinhaltete Ausstellungstücke aus Ägypten, griechische und römische Funde. Sowas kann man nun aber wirklich überall sehen und wir machten uns schnell zur Münzensammlung. Ja, es waren wirklich viele Münzen; sicherlich eine wahrer Schatz für Interessierte, aber eben auch nicht mehr.
Nach 4 h waren wir wirklich platt, aber es stand noch soviel auf unserem Aktionsplan.
Nächster Punkt war die Carlsbergbrauerei. Sicherlich mußten wir den Bus nehmen, aber wie immer katastrophal (trotz Stadtführer). Wir kamen schon nach einer gewissen Zeit an, aber es war nicht der Eingang zur Brauereibesichtigung, sondern der Eingang für Geschäftskunden. Das bescherte uns einen Lauf um die halben Brauerei hin zur anderen Seite (außenrum versteht sich).
Die Brauerei war echt klasse, selbst für Alkoholverweigerer. Auf der Tour sahen wir Tafeln zur Geschichte der Brauerei, die weltgrößte Bierflaschensammlung mit Flaschen aus aller Welt und einer Stückzahl von etwa 14.000 und weiterhin den Herstellungsprozeß. Am Ende der Tour winkten jedem 2 kostenfreie Biere an der hauseigenen Bar. Als ich doch tatsächlich nach etwas Alkoholfreiem fragte, bekam ich prompt das 0,1% Bier.
Immerhin war der Tag heute schön, nicht weil einige schon vor dem Abend 1-2 Bier getrunken hatten, sondern weil die Sonne immer noch schien und kaum ein Wölkchen zu verzeichnen war.

Nun machten wir uns zum Wahrzeichen von Kopenhagen auf, die kleine Hafenfrau (Lille Havfrue). Klein war sie wirklich, wirkte sie auf Postkarten doch größer. Aber auch einen komischen Teint besaß sie; irgendwelche Vandalisten hatte sie doch glatt mit orangener Farbe angesprüht.
Danach ging es nach Amalienborg, also ein Schlößchen mit Wachen und Promborium. Auch hier stellten wir es fest, die dänischen Wachen sind unfreundlich, ließen sich nicht einmal mit Michèle fotografieren.
In letzten Stunden spazierten wir dann zurück zum Zentrum und verbrachten dort die restliche Zeit.

Kopenhagen war eine Reise wert, aber eine reicht dann auch. Sicherlich gibt es viel zu sehen, aber für mich ist das nicht alles und somit hat mich Kopenhagen nicht wirklich überzeugt. Nun ließ nur auf unsere letzte Station, Stockholm, hoffen.

2008-04-09

09-04:Kopenhagen

Da saßen wir nun auf der Bank, wie bestellt und nicht abgeholt. Aber es war schön: die Sonne schien das erste Mal wieder so richtig auf unsere fahle, sonnenhungrige Gesichtshaut, das Ticket fest in der Hand, aber die Gewissheit, daß es noch eine Stunde hin ist, bis uns der Bus nach Kopenhagen fährt und die Freude auf ein anderes Land.
So bezwangen wir dann mit dem Bus jene Brücke, die Schweden durch Malmö mit Kopenhagen verbindet, manchmal zählt eben doch Länge, genaue 16 Km in diesem Fall.
Auch ließen wir uns, endlich angekommen im "Kaufmannshafen"(=Kopenhagen), nichts anmerken. Diesmal war es für uns eine Großstadt unter vielen und Mission war das schnelle Zurechtfinden in jener. Der erste Schritt bestand natürlich darin, eine Touristeninformation zu finden, und laut Plan gab es hiervon im nahem Umkreis einige. Doch so recht lies sich keine von uns entdecken, selbst nach lautstarkem Nachfragen.
Wir mußten der Realität ins Auge blicken. Obwohl wir uns nur 16 Km von Schweden entfernt befanden, wehte hier ein ganz anderer Wind. Alles war viel "europäischer", die Menschen waren eher unfreundlich, weniger zuvorkommend, eben eine europäische Großstadt.
Nach wenigen Stunden Erkundungstour war es an der Zeit, das Wanderheim zu beziehen. Komisch, aber Ziele über weiter Distanzen ließen sich in Kopenhagen am besten nur mit dem Bus befahren, Metros haben wir von außen gesehen, aber das Netzt schien eher dürftig gedeckt zu sein.
So brauchten wir dann auch 30 Minuten für etwa 2 Km vom Zentrum zu unserer Herberge. Sogar die alten Leute waren unfreundlich im Bus, und von jenen fuhren eine Menge, den ganzen Tag über. Das Bussystem war im gesamten eine einzige Katastrophe, so gar nicht großstadtähnlich. Alles war schlecht verbunden miteinander, die Busse brauchten eine halbe Ewigkeit und im Vergleich zu Stockholm kann man da eher lachen, eine wahre Schande für so eine Stadt.
Stadttheater

Königliche Bibliothek

In der Herberge bezogen wir dann jeweils unsere Schlafdomizile. Doch wo bitte sind die Küche und die ganzen anderen Herbergsattraktionen?; im Keller? So war es dann auch. Die Küche war im Keller, der Speisesaal war im Keller (, oder nennen wir es Untergeschoß,) und man schaffte es doch tatsächlich, diese ohne jegliche Fenster auszustatten. Es war wie in einem Krankenhaus, wirkte steril und unpersönlich; Räume und Dinge, die ihren Zweck erfüllen sollten, nicht mehr und nicht weniger.

Das Kochen des Abendbrot bereitete auch einige Überraschungen; wo war das Besteck und Geschirr? Sowas konnte man hier gegen eine Gebühr ausleihen und erhielt dann einen Plastikkasten voller Ikeageschirr. Dann sehen wir einmal, was uns der zweite Tag in Dänemark bringen wird.
Apropos Sonne, die war kurz nach unserer Ankunft in Dänemark leider in Schweden zurückgeblieben, vielleicht nicht über die Grenze gekommen? Jedenfalls zogen hier Wolken auf und das sehr dicht, aber Höhepunkt war dann der vorabendliche Hagelschauer, eingeleitet durch heftigen Regenschauer.

2008-04-08

08-04: Malmö

Die Tage sind durch die Erkundungen und das abendliche Planen für die nächste Tage, gefühlt, sehr lang; es kommt einem nach 3 Tagen wie nach einer Woche vor.
Glückichweise mußten wir heute nicht so früh raus, denn Malmö ist nur 10 Zugminuten von Lund entfernt. Auch haben wir irgendwie Routine in unseren Tagesablauf gebracht, alles läuft irgendwie gekonnter und runder.
Das Wetter wechselte ständig von Tag zu Tag, heute war wieder einer der schlechten Tage.
Angekommen in Malmö begannen wir (wieder einmal)damit, eine "Alles-in-Einem"-sorglos-glücklich-Karte zu kaufen, kostenfreies Nutzen von Bussen und freier Eintritt in nahezu alle Museen und Attraktionen war somit abgedeckt.
Zuerst besuchten wir das Schloß von Malmö, eher weniger ein Schluß als vielmehr ein Museenzusammenschluß auf einer Art kleinen Insel inmitten von Malmö. In den Museen wurde unter anderem die Geschichte des Schloßes, aber auch das Leben dort im Wandel der Zeit (Gefängniszellen, etc.) sehr gut und anschaulich dargestellt. Daneben konnten noch (in einem anderen Museumskomplex) vielerlei Tierarten bestaunt werden; eine Menge Fische in Aquarien, aber auch Tiere wie Fledermäuse, gifitige Frösche, und viele mehr.
Kirchen stellte Zwischenhalte auf unserer weiteren Erkundungstour durch Malmö dar. Wirklich viel gab es hier nicht zu sehen, also ein Tag war dafür vollkommen ausreichend. Immerhin habe ich hier mein erstes schwedisches Lidlgeschäft gesehen, und dort war es auch preisgünstiger als in den restlichen Lebensmittelläden Schwedens. Unsere letzte Station war die Kunsthalle. Dummerweise benutzen wir, um dorthin zu gelangen, die falsche Buslinie und waren irgendwo außerhalb Malmös angelangt. Irgendwann fanden wir aber dann die richtige Buslinie und was soll ich sagen, die Ausstellung war eine reine Enttäuschung. Der Höhepunkt war dabei ein Apfel auf einem Teller (, wobei ich den Titel dieses Werkes leider vergessen habe).
Nach diesen künstlerichen Ergüssen ging es wieder auf die Suche nach unserer nächtlichen Bleibe, eine sehr außerhalb gelegenes Wanderheim.
Hier sollten wir auch unsere 2 französischen Freunde, mit denen wir das 4-Bettzimmer teilen, treffen. Die Herberge wirkte sehr alt, sollte aber für eine Nacht voll und ganz ausreichen.
Malmö hat mich nicht wirklich überzeugt und letzten Endes bin ich doch froh, dafür nur einen Tag eingeplant zu haben.
Nun freute sich alle Beteiligten aber auf die nächste Station, Kopenhagen, wirklich ein Katzensprung von Malmö aus.

2008-04-07

07-04: Lund

Auf nach Lund, etwa 3 Zugstunden südöstlich von Göteborg gelegen, ging es heute. Die Stadt besitzt nicht mehr als etwa 80.000 Einwohner und ist selbst für schwedische Verhältnisse bezüglich der Ausmaße eher klein.
Das Wetter spielte am heutigen Tag mit und uns erwarteten Sonnenschein und nahezu blauer Himmel.
Lund war mein Favorit und konnte dies auch voll und ganz erfüllen. Die Stadt ist klein und gemütlich, viele kleine, nette Straßen, eine Menge Cafés, alte Gebäude und die Universität zeichnen Lund aus. In Lund befindet sich mit etwa 40.000 Studenten die älteste Universität Schwedens, also bei den Zahlen durch und durch eine Studentenstadt. Überall wo man sich befindet sieht man junge Leute und während den großen Sommerferien wirkt Lund wie ausgestorben, wurde mir berichtet.
Die Stadt ist auch durch viele Konditoreien und sogar Fleischereien gezeichnet, was man im Norden Schwedens so gar nicht findet. (Dort kauft man sein Fleisch ausschließlich in Supermärkten, wenn nicht selber geschossen.)
So besuchten wir dann auch ein Café mit integrierter Konditorei, und ich war so intelligent mir dort ein Stück Kuchen ohne Preisschild auszusuchen. Die Rechnung bekam ich daraufhin prompt, satte 5 € für ein kleines Küchlein, was auf die Frage nach Vanillesoße leider mit jener überhäuft und geschmacklich getötet wurde.
Auf dem Marktplatz sahen wir zudem viele lustige Leute, alte Frauen mit Entenhut oder eben eine Ente auf Erkundungstour durch die Straßen von Lund.

Sicherlich haben wir das Muß, "die Domkirche"(domkyrkan), besucht; ein Biest mit zwei großen Türmen und zugleich das Wahrzeichen Lunds.

Lund hat sage und schreibe eine Herberge, ein Zusammenschluß von neben dem Hauptbahnhof befindlichen, stillgelegten Zugwagons. So besaß die Herberge 3 Schlafwagen, ein Hygienewagen, ein Küchenwagen und zwei weitere Wagen. Das Schlafen war in sogenannten 3-Bettabteilen möglich. Alles war sehr eng, aber insgesamt eine saubere Herberge. Anfangs eher skeptisch betrachtet, war es bisher die erholsamste und somit beste Nacht.

2008-04-06

06-04: Göteborg, Klappe die Zweite

Der Alarm schellte früh, aber im Prinzip ging der Alarm für mich die ganze Nacht, Schnarchalarm.
Auch nach dem Öffnen der Augen und der Vorhänge später machte sie eine trübe Stimmung bereit, es war eben nicht nur im Zimmer trüb. Trotzdem war der heutige Tagesplan mit vielen Aktivitäten gespickt. Begonnen wurde mit Kirchen und Kerzen anzünden für 3 SEK, Gebete schreiben undsoweiter. Danach ging es dann zum Maritiman, eine Art Freiluftschiffsmuseum, natürlich mit ausreichend vielen und unterschiedlich großen Schiffen. Die Tour durch beziehungsweise alle Schiffe vereinnahmte uns fast 3 Stunden.

Höhepunkt dabei war ein Kreuzer, der von innen besichtigt werden konnte. Liebevoll wurde dort das Leben der Bordmitglieder illustriert. So erschreckte man jedesmal, wenn man so eine Puppe in einer Kombüse von einem auf dem anderen Moment entdeckte.

Aber auch das Bestaunen und Besichtigen eines U-Bootes war sehr lustig.

Die Betten neben den Torpedos konnte unter anderem ausprobiert werden.
Danach ging es zur Kunsthalle, leider war es nicht "die Kunsthalle", sondern nur eine, was dann auch den freien Eintritt rechtfertigte. Dort konnte man dann auch ausgestellte Bilder für 1000€ und mehr erwerben. In der Nähe der Kunsthalle sollte sich zudem das Kunstmuseum befinden, laut Karte zumindestens. Aber glaube eben keiner Karte, die du nicht selbst gezeichnest hast. Die eigentliche Kunsthalle und das nebenanbefindliche Kunstmuseum waren etwa 500m von der vorher erwähnten Kunsthalle entfernt.

Das, was ausgestellt wurde, war gut, aber leider befand sich das Museum in Renovierungsarbeiten und wir durften nur die 30% aller geplanten Ausstellungen wahrnehmen. Die danebenliegende Kunsthalle beinhaltete Abschlußarbeiten von Kunststudenten. Leider habe ich vergeblich die Kunst gesucht; vielleicht gab es noch eine andere Kunsthalle? Die Arbeiten waren nicht wirklich provozierend oder künstlerisch gut, ich konnte die vorangegangene Zeit des Studiums darin eben nicht erkennen; aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.
So ein Tag kann ganz schnell rumgehen, vor allem durch Museumsbesuchen aufgrund schlechten Wetters.

Das Schweden ein Land der Plastikkarten ist, blieb mir auch in Göteborg nicht vergönnt. So hatte ich schon nach unserer ersten Herberge 4 Karten zusammen.