2008-01-11

11-01: Kiruna(5/5) - Ice hotel

Zuallererst möchte ich auf mein Onlinephotoalbum verweisen, da im Rahmen des Eishotelbesuches zahlreiche Bilder entstanden, die in diesem Blog nicht gezeigt werden.

Kiruna - Icehotel

Letzter Kurstag und wieder ein Highlight im Programm, der Besuch des Icehotels in Kiruna:
Auch den Eintritt wurde durch die schwedische Regierung übernommen und gratis dazu gab es noch eine spezielle Vorlesung mit/über Fakten, die Entstehungsgeschichte, vorrangegangene Varianten.



Das Eishotel ist jeden Tag bis etwa 19 Uhr für jeden zahlenden Besucher zugänglich. Ab 19 Uhr dürfen dann die Schlafgäste, welche etwa 150€/Person für ein Doppelbett-Suite bezahlen, ihre Räume beziehen. Desweiteren findet sich neben diesem großen Suitenkomplex mit integrierte Eisbar noch eine Kirche, in der viele Trauungen Tag für Tag abgehalten werden.


In früherer Zeit wurde sogar ein ganzes Theater aus Eisblöcken errichtet.
Und um so ein Projekt zu starten, muß man schon ein wenig verrückt sein, was uns der vortragende Teilinhaber durch das Aufzeigen folgendes Photos bewies.


Ein Boot aus Eis auf den angrenzenden Fluß im Sommer versteht sich. Es hielt etwa 30 Minuten. Überhaupt ist dieser Fluß und sein Inhalt ganz entscheidend für die Eisblockgewinnung. Aber selbst der viele Schnee im WInter reicht heutzutage nicht mehr aus, um das Eishotel entstehen zu lassen. Vielmehr kommen Schneemaschinen zum Einsatz. Auch dem Unternehmergeist wird keine Grenzen gesetzt und so gibt es zahlreiche Nachfolger, was das Eishotel betrifft, neben vielen "Exporten" von Eisbars z.B. in Madrid. Selbst die Eisgläserproduktion hat eine Stückzahl von 1 Million erreicht; die Gläser natürlich ohne Pfand an der Bar erhältlich.


Das Hotel hat dann bis etwa April geöffnet und spätestens Juli sind dann über 90% der ganzen Eis-/Schneemassen. Aber seht selbst, was man mit Eis alles machen kann.



2008-01-10

10-01: Kiruna(4/5) - Snowmobile und Diggin' in the snow

Heute sollte es endlich ab in den Schnee gehen, rein wissenschaftlicher Natur versteht sich. Und so konnten, dann nach einer Vorlesung über "Remote sensing of snow" (Fernerkundung von Schnee), die Schneeschichtuntersuchungen beginnen. Jede Schneeflocke wurde nur noch so genau unter die schwedische Lupe genommen, Eisschicht für Eisschicht vermessen und charakterisiert. Entlassen von unseren Aufgaben als Schneeforscher, durfte die folgende Schnee(ball)schlacht nicht fehlen, aber eben professioneller, mit großen Schaufeln als Schneekatapulte.




Da jeder Vorlesungstag bisher bis etwa 17 Uhr andauerte, war es schwer, daneben Aktivitäten wie Hundeschlittenfahrten, Schneemobilfahren oder eine Fahrt in die Minen zu buchen. Aber da es anscheinend bei beginner Dunkelheit um 13 Uhr egal ist, ob man 15 oder 18 Uhr Ausflügen startet, hatte ich das Glück, eine Schneemobilfahrt für 3 Stunden gegen 18 Uhr buchen zu können.
Ein unvergesslicher Spaß und ein bisschen mehr als 8 HS (Hundestärken) für das Vorrankommen im Schnee waren das Ergebnis dieser Aktivität.


Wie auch letzten Abend, bot sich diesen Abend bei einem wolkenverhangenen Himmel keine Chance auf die umwobene Aurora Borealis (=Nordlicht), nicht einmal Sterne waren am Himmel erkennbar.

2008-01-09

09-01: Kiruna(3/5) - Exkursion nach Abisko



Abisko (nahe Kiruna) - Forschungsstation

3. Tag in Kiruna für mich und der erste bezüglich einer Exkursion. Der einzig für diesen Kurs gemietete Bus sollte uns heute nach Abisko bringen. Abisko ist eine Forschungsstation der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Abisko Scientific Research Station) , etwa 60 Km nordwestlich von Kiruna gelegen; eben ein weiteres Stück näher am Nordpol. Es ist nördlicher Ausgangs- und Endpunkt des Fernwanderweges Kungsleden mit dem "Tor zu Lappland" (Gate to Lappland oder Lapporten), in den Lapponian Mountains befindlich.



Begonnen wurde mit einer Vorlesung über Klimaveränderungen, die sich in so einer sensiblen Umgebung hier oben im Norden ganz dramatisch bemerkbar machen. Bevor die erste Fika abgehalten wurde, konnte man noch ein wenig auf Erkundungstour in der Forschungsstation gehen.


Danach fuhren wir zur nahegelegenen Touristeninformation (Abisko Turiststation), was zudem eine Art Hotel (Sauna, Kaminplatz ,...) und eine Bahnhaltestelle war. Dort wurden, extra für unseren Kurs, ein reichhaltig Buffet als Mittagessen bereitgestellt. (Immerhin finazierte die schwedische Regierung diesen Kurs für alle Kursteilnehmer.) Nicht weit davon entfernt lag eine Liftanlage für Skiaktivitäten bis weit in den Juni hinein, die uns hoch auf den Berg bringen sollte. Immerhin wird es schon gegen 13 - 13:30 Uhr dunkel und wir waren hungrig nach weiteren Nordlichterbeobachtungen.
Bei so einer 15-minütige Liftfahrt mit Stillsitzen und Ausblick genießen kann selbst bei guter Bekleidung schon ziemlich kalt werden. Oben am Berg angekommen, hieß es erst einmal in der neben der Liftanlage befindlichen Hütte aufwärmen. Als nach weiteren Minunten die Letzten auch angekommen sind, verwöhnte man uns mit der nächsten Fika.



Daneben nutzten viele auf der Aussichtsplattform die Gelegenheit, die Landschaft und speziell "das Tor zu Lappland" zu photografieren.


Jedoch war selbst in dieser Höhe der Himmel wolkenverhangen und somit bestand keine gute Chance auf Nordlichter. Später unterrichtete uns der Hüttenbetreiber noch über Übernachtungsmöglichkeiten in dieser Hütte und berichtete über die diesbezügliche, starke Resonanz, die es bei den nordlichterbegeisterten Touristen gibt.
Eine weiterer, interessanter Tag neigte sich dem Ende hin.

Es gibt hier sogar Menschen, die Leben schon eine halbe Ewigkeit auf dieser Forschungstation; Tag ein Tag aus, Jahr für Jahr.


2008-01-08

08-01: Kiruna(2/5) - erste(r) Impressionen/Tag

Erster Morgen in Kiruna; der Schnee liegt unverändert hoch. Erste Stationen am Morgen sind das Bad und die Küche und das neben 8 anderen Personen.
Später trafen sich dann alle Kurswilligen zur verabredeten Zeit am Busplatz. Das Einsteigen dauerte aber eine halbe Ewigkeit, mußte doch jeder erst bezahlen. Doch wir erreichten den Campus von Kiruna noch vor dem Sonnenuntergang, der hier im Winter doch recht früh ist.
Zu Beginn wurden uns diverse Einrichtungen gezeigt und Einführungsveranstaltungen im großen Hörsaal abgehalten.




Auch die obligatorische Fika durfte nicht fehlen und irgendwann war dann auch das "Lunch" in der Mensa. Die Mensa ist ein Traum, im Prinzip zur Hälfte nur Fenster und einen herrlichen Ausblick auf die verschneite Landschaft.
Nach diversen anderen Vorlesungen zu "Observation techniques" und "Magntetospheric physics" konnten wir dann aber gegen 17 Uhr unsere Freizeit einläuten.



Ein Teil des ganzen Kurses bestand aber in Nordlichter-beobachten, vorzugsweise am Abend, aber heute nicht.
[...], doch dann kam alles anders.
Unsere Kursleiterin hatte einigen über Aktivitäten der Magnetosphäre Bescheid gegeben. So fuhren wir dann gegen 22 Uhr an einen 14 Km außerhalb der Stadt liegenden Observationsort und blickten gespannt in en Himmel.
Die Sterne funkelten, keine einzige Wolke; kurzum, es mußte seeehr kalt sein.
Aber dann kam ein Band der sagenumwogenen Aurora Borealis (=Nordlicht) zum Vorschein. Heute war die Magnetosphäre aber sehr aktiv. Das grelle Grün sauste nur so über unsere Köpfe hinweg. Nach einer Stunde spürten man dann aber auch die -18 °C , aber wir hielten es noch einige Minuten länger aus; sowas muß man erlebt haben.


2008-01-07

07-01: Kiruna(1/5) - Anreise

Kaum aus dem Deutschlandurlaub mit kurzem Abstecher nach zurück, sollte es heute für mich weiter gen Norden gehen. Das Ziel war diesmal Kiruna, etwa weitere 600 Km von Umeå entfernt. Die nördlichste Stadt in Schweden mit etwa 15.000 Einwohnern und eine Lage über dem Polarkreis. Im Rahmen meines Studiums in Umeå wurde diese 4-Tage-Kurs namens "Artic Science" angeboten. Es sollte um Nordlichter, Schneeuntersuchungen, Vorträge über spezielle Wettererscheinungen, insgesamt durch diverse Exkursionen in und um Kiruna gehen.


Doch um neben diesem prallen Programm aus Vorlesungen und Exkursionen Dinge wie 3 Stunden Helligkeit, die Nordlichter, Schnee und einfach brutale Kälte zu spüren, standen mir 7 Stunden Zugfahrt bevor. Andere absolvierten diese Strecke von etwa 600 Km mit dem Auto.


Wie soll man nun die Monotonie einer 7-Stundenfahrt am besten uebermitteln? Nur so viel; wenn man einschlief und natürlich zu späterer Stunde wieder aufwachte, nimmt man an, es wären schon Stunden vergangen. Aber das wuerde bedeuten, hochgerechnet sind es dann aber doch nur etwa 15 Minuten. Aber auf der Fahrt traf ich einige bekannte Gesichter aus Umeå, die mit dem selben Vorhaben nach Kiruna reisten.

Gegen 16 Uhr in Kiruna angekommen wurde wir (8 weitere Zugreisende und ich) mit dem Auto (natürlich Volvo) von unserer "Kursleiterin"/Organisatorin in die jeweiligen Unterkünfte gefahren.


Ich hätte mir Kiruna nicht so groß vorgestellt, aber diese Voreingenohmenheit wurde spätestens nach dem Verlauten der Entfernung von 15 Km zwischen Unterkunft und Campus ("Space Campus") zunichte gemacht. Man siedelte das Universitätsgelände in früheren Zeiten so weit vom Stadtzentrum an, um ungestört Experiemente und Beobachtungen durchzuführen. Da störten speziell sämtliche Straßenbeleuchtungen, mit denen ja hier in Schweden nicht gespart wird. Jedoch die Stadt mehr und mehr; Langlaufskistrecken außerhalb wurden angelegt, natürlich beleuchtet, und jetzt macht selbst die Beleuchtung des Unviversitätsgeländes viele Experimente nicht mehr durchführbar.

Ich kam also im meiner Unterkunft in der Space-Shuttle - Street an.



Ich hatte mich für ein Zimmer mit 9 Betten entschieden, von denen ich natürlich nur eines belegen durfte. Da alle Betten gebucht waren und der letzte Mitbewohner gegen 21 Uhr anreiste, hatte ich das Glück bei 4 vorhandenen Doppelstockbetten und 2 Sofas, in einem Bett zu schlafen. Ich teilte mir den Raum mit drei weiteren Deutschen (schon aus Umeå bekannt), einem Niederländer (Space-Physics-Student, indischer Abstammung), zwei Engländern (beide indischer Herkunft), einem Pakistani und einem Polen(, der in den Niederlanden studiert).



Unser Zimmer befindet sich im 3. Stockwerk. Jeweils ein Stockwerk darunter befinden sich Zweibettzimmer, Duschen und Toiletten für alle und natürlich Gemeinschaftsküchen. Diese Zweibettzimmer wurden auch von Kursteilnehmern genutzt. Insgesamt kam ich mir in diesem Gebäude eher wie in einer Jugendherberge vor. Es ging die nächsten Morgen, teilweise zu neunt zu selber Zeit in einer Küche, heiß her.


Am ersten Abend kochten wir Deutschen zusammen mit anderen Niederländern (, die in einer anderen Unterkunft untergebracht waren,) in einer von zwei Gemeinschaftsküchen das Abendessen. Es gab holländische Tomaten, Paprika und Pilze unter anderem. Den Abend verbrachten wir dann noch Diskussionen und Gesprächen. Leider sollte der Kurs am nächsten Morgen schon um 7 Uhr beginnen und bei 9 Personen in einem Raum schien es, keine all zu ruhige Nacht zu werden.