(Die Examen, aber danach nicht mehr lernen!)
Weil es 2 Klausuren waren, darf ich auch im Plural schreiben. Zuerst stand der Höhepunkt an - Quantenmechanik 2. So ging ich mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge in die Klausur. Nie wieder "Jabb" oder " Your mother must have told you this!" mit diesem netten russischen Akzent.
Aber vor der Klausur hieß es erstmal richtig ausschlafen, also bis 12 Uhr. Die Klausur sollte erst gegen 16 Uhr beginnen, aber dafür dann knallhart 6 Stunden bis 22 Uhr, damit man dann gleich in die Feierlaune übergehen konnte.
(Wir reden momentan ürigens vom 06.11.07) Somit ging dieser Tag erst gegem 14 Uhr so richtig los. Nach dem Mittagessen durfte ich mir dann auch gleich wieder das Abendbrot zubereiten, für die Klausur versteht sich.
Wie schon die Schwedischklausur und alle folgenden Klausuren (über 2 Stunden) wird diese Klausur im "Östra Paviljon" geschrieben; eine Studenten-Folterkammer, nur dafür geschaffen, die Studenten auf das Grausamste 6 Stunden lang hinzurichten, bloß zu stellen bis sie auf alle Vieren wieder das Gebäude zu verlassen.
Östra PaviljonLeider ist es 16 Uhr zu dieser Jahreszeit schon dunkel in Nordschweden. Da fühlt man sich wie "Ich könnt' aber schon wieder ins Bett gehen.".
Als ich in der Folterkammer meiner Bestimmung angekommen bin, habe ich auch schon die anderen bekannten Gesichter aus meiner Seminargruppe ausmachen können.

Erster Schritt war es dann jedoch das Essen zu ordnen. Es gab leckere kalte Vollkornpfannkuchen, Salat und so ein Bananenkokosmilchgemansche; war dann doch aber irgendwie sehr braun geworden. Die anderen hatten ihre Tische mit Süßigkeiten vollgestellt.
Ein geiles "Feature" dieses Gebäudes ist der Alarm. Sobald man eine SMS versendet/empfängt, geht der Alarm los; das nenn' ich mal Klingelton.
Auch eine ein kleines "Haus im Haus" gab es, nur wurde das dort Raucherkabine genannt. Aber es sollte doch eigentlich egal sein, ob man den Rauchertod oder den Klausurentod an diesem Tag stirbt.
Auch diese komischen Schweden mit ihren Overalls umzingelten mich von allen Seiten.

Es wurden anschließend die Klausuren verteilt. Komischerweise meldete sich etwa die doppelte Anzahl der Kursteilnehmer für QM 2, so viele Nachschreiber?
Dann wollen wir mal das Kind schaukeln!
Mit einem guten, schon aus den Seminarleistung erwirtschafteten Puffer von 30% bestand das Primärziel darin, die verbleibenden 2 Punkte (10%) für das Bestehen zu erreichen.
Das Ziel hatte ich dann auch nach den ersten 10 Minuten erreicht.
Was nun? Mach' ich mir einen schönen Abend, oder will ich es wissen. Aber das ganze Essen war ja auch noch da; schon blöd, alles wieder mitzunehmen.
Bis zur 7. Aufgabe bin ich ganz gut durchgekommen, aber dann die 7.!
Doch was ist das? Da ist doch ein Fehlerteufel am Werk. Da fehlt doch einmal die Einheit Meter. Was machen wir denn jetzt? Die nächsten 10 Minuten habe ich trotzdem gerechnet, hätte aber noch mindestens 3 Stunden gebraucht, diesen Mist zu ende zu rechnen. Solche Integrale rechnet man nicht selber aus. Was ist das für ein Mist.

Letztendlich bin ich dann 30 Minuten vor Schluß gegangen. Komischerweise kamen unter anderem genau die Aufgaben von vorrangegangen Seminaren dran, die ich mir vorher nicht angeschaut habe.
Aber in allem bin ich doch sicherlich zu einem guten Resultat gelangt, letztendlich wird sich das in der nächsten Woche zeigen.
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Mittwoch mal wieder früh 12 Uhr aus dem Bett gekommen ging es auch gleich zum ungedeckten Frühstückstisch.
Heute stand schwedische Geografie auf dem Stundenplan. Da ich keine Lust und Zeit hatte, mehr als so manch ein Schwede über Schweden zu wissen, habe ich mir wenige konkrete Lernschwerpunkte herausgepickt und diese noch bis zum Exzeß gelernt. Leider hatte ich ein Problem. Die Klausur war auf Englisch, einer unserer Professoren hat uns aber zugesichert, die Antworten auch in Deutsch geben zu können. Nun habe ich auf Deutsch gelernt, aber Albrecht meinte einen Abend zuvor, das wäre nur ein Scherz gewesen. Naja, das werde ich trotzdem schon irgendwie über die Bühne bringen.
Dann ging es auch irgendwann am Tag zur Klausur. Sie war für 18:00 bis 20:00 angesetzt. Gut vorbereitet, ohne einmal in den "Atlas of Swedens Geography" (Kurslehrbuch) geschaut zu haben, warte ich mit den anderen angetretenen Klausurwilligen im Raum. Als es dann jedoch 20:15 war, fragten wir uns schon, ob wir das richtige Jahr gewählt haben. Doch plötzlich kam der Professor in den Raum und erklärte uns, daß er annahm, wir wären im anderen Raum, wo er schon eine längere Zeit wartet. Und was ist nun das Einfachste? Richtig, die ganzen Studenten folgen ihm in den Raum; ich liebe diese Geografen. Dort wartete dann aber auch noch sein Sohn (vielleicht 5 Jahre) als zweite Aufsichtsperson.
Der Test bestand aus 2 Teilen. Der erste Teil bestand wiederum aus 2 kleineren Aufsätzen zu ausgewählten Themen. Ich durfte über die (geschichtlichen) Ursachen der Verstädterung in Schweden schreiben und dann auch die Gründe diskutieren. Das zweite Thema befasste sich mit dem politischen System Schwedens. Sch..., das hatte ich mir doch vorher nur 10 Minuten profylaktisch angesehen. Glücklicherweise sollte ich dies dann auch noch mit meinem Heimatland vergleichen dürfen.
Aber der Hammer sollte noch folgen. Multiple Choice-Fragen; also "Du hast die Wahl zwischen 6 Antworten". Die Fragen waren ja schon mal sehr fies. Die Erste hatte ich noch hinbekommen, die zweite wollte von mir wissen, was ein "ester" ist. Leider war keine Antwortmöglichkeit "ein schwedisches Wort", sonst hätte ich die dafür vorgesehenen 2 Punkte im Sack gehabt. Weiter ging es. Nächste Frage war nach dem unbeliebtesten Urlaubsziel (bezüglich der schwedischen Bevölkerung) von 6 Auswahlmöglichkeiten . Die nächste Frage war so ähnlich, dann aber bezüglich des Handelspartners.
Dann sollten wir auch noch das jüngste Sportevent aus verschiedenen Marathons/Rennen in Schweden wissen. Eine Frage war bezüglich einer Defintion "urbanized rural city" wie sie im schwedischen Atlas vorkommen soll. Hätte ich mir das Ding doch nur mal angeschaut.
Aber glücklicherweise durfte ich dann doch bei den Aufsatzzhemen in Deutsch antworten und somit hat es locker für die 50% gereicht; war ja eh nur eine "Spaßvorlesung".