2008-02-23

23-02: Dinner in der Korridorküche

Das Wetter hier ist schlecht. Die Temperaturen bewegen sich um die 0°C. Der Schnee taut mehr und mehr. Zudem gefriert das Eis auf den Straßen/Gehwegen und taut dann wieder, um später wieder zu gefrieren. Es ist einfach nur glatt und man hat so gar keine richtige Lust außer Haus zu gehen, besonders nicht Abends für eine Feier.
Nichtsdestotrotz beschloß unsere kleine Korridorclique (Avand, Michèle und ich) einige Freunde einzuladen und eine Art Dinner abzuhalten. Avand tätigte alle Einkäufe am Nachmittag und mußte zu seiner Verwunderung feststellen, daß das Alkoholmonopol leider schon 15 Uhr geschloßen hat. Da lob' ich mir doch die Nichtalkoholiker.
Gegen 19 Uhr trafen dann auch schon die Gäste ein und wir begannen zu kochen. Es gab Hähnchen, Schweinefleisch, Reis, Kartoffeln, griechischen Salat, diverse Soßen und und und. Nach 20.30 Uhr war dann auch alles fertig.


Wir 6 Personen machten uns auch gleich über das Essen her und mußten feststellen, daß ie Menge an Essen auch für einen zweiten Gang gereicht hätte. Immerhin hatten somit Michèle, Avand und ich etwas für das nächste Mittagessen am Sonntag. Der Abend klang dann noch mit Gesprächen aus und war sehr angenehm.




2008-02-21

21-02: Immer so ein Theater

Für uns "exchange students" wird hier in Umeå eine Menge organisiert. Man muß dafür aber eben nur die nötige Zeit mitbringen. Dafür git es siesbezüglich extra ein Forum, in dem fast täglich über neue Aktivitäten und Veranstaltungen informiert wird.
So geschah es auch diesen Dienstag (vor 2 Tagen. So fand ich auch diesmal wieder eine interessante Veranstaltungen, die es lohnt zu besuchen.
Am Donnerstag (,also heute,) sollte die Kostümprobe des schwedischen Theaterstücks "En Herregårdssägen" (Eine Herrenhaussage) im in der Stadt befindlichen Folketshus (Volkshaus) stattfinden. Im Rahmen dieser wurden 40 Freikarten für uns Auslandsstudenten bereitgestellt. Da ich die Information leider erst am Abend des Dienstags lesen konnte, hatte ich wenig Hoffnung eine Karte zu erhalten, erfrug aber trotzdem per E-mail eine Freikarte und bekam auch prompt 30 Minuten später eine Zusage. Dann konnte die Show ja losgehen.
Da das Stück in Schwedisch ist, zudem ein Buch des 19 Jh. die Grundlage bildet, also auch die "alte" Sprache verwendet werden würde, hielt man im Rahmen dieser Umstände eine Einführung auf Englisch ab. Dafür trafen wir eine Stunde vor der Vorstellung den Regisseur dieses Stückes, er erzählte uns die erste Hälfte der Handlung ohne jedoch den Schluß zu verraten und ging anschließend auf all unsere Fragen ein. Komischerweise hat sich vorher keiner so wirklich über das Stück informiert und so sollte sich später noch herausstellen, daß diese Einführung ein wahrer Segen war.
Eine lustige Begebenheit darf ich dann aber doch nicht vergessen zu erwähnen. Der Regisseur erzählte uns, daß seine Hauptdarstellerin auf Anweisung ihres Arztes bis zum nächsten Tag nicht sprechen darf, somit übernahm er ihren Sprachteil. Sie durfte also agieren, und er befand sich in ihrer Nähe mit dem Skript und las daraus ihren zu sprechenden Text. Am Anfang war dies sehr irritierend, aber lustig allemal.


Worum ging es überhaupt? Die Geschichte handelte in Schweden um die Mitte des 19 Jh.. Es ging um einen Student (Gunnar), der das Violinespielen mehr als das Lernen in der Studentenstadt Uppsala fröhnt. Zudem lernt er noch ein hübsches Mädchen namens Ingrid kennen. Als er jedoch erfährt, daß sein Geburtshaus finanziell in Gefahr ist, bricht er das Studium ab und zieht mit seiner Violine umher um Geld zu verdienen. So verschlägt es ihn später in den Norden. Dort erwirbt er einen Ziegenherde und schmiedet Pläne, diese teurer im Süden Schwedens zu verkaufen. Somit zieht er mit seiner Herde gen Süden, muß aber leider ertragen, wie seine ganze Herde auf halben Wege stirbt. Aufgrund dessen wird er verrückt und irrt mehr oder weniger in Schweden umher. Die Zeit, aber auch er selber haben ihn verändert und so erkennt er, als er Jahre später Ingrid wiedertrifft, nicht. Auch Ingrid erkennt ihn nicht wieder. Wieder einige Szenen später sollte Ingrid lebendig begraben werden. Sie besaß angeblich eine seltene Krankheit mit der sie mehr tod als lebendig wirkte und somit Anlaß gab, sie als tod zu befinden. Jedoch kann Gunnar sie durch sein Violinenspiel neben ihren Sarg kurz vor der Beerdigung zum Erwachen bringen und rettete somit ihr Leben. Im weiteren Verlauf müßen sich beide, jeder für sich selber, "wiedererkennen", akzeptieren und letzendlich rettet Ingrid Gunnars. Das "Happy End" sollte also in diesem Melodram nicht ausbleiben.
Das Werk war teilweise sehr schwer zu verstehen, aber der roten Faden war mehr oder minder immer ersichtlich. Es half auch, sprachlich versiertere Kameraden über die Geschehnisse auf der Bühne während der Pause auszufragen.
Nach 2,5 h machten sich aber dann doch alle zufrieden auf den Heimweg. Es war allemal eine bereichernde Erfahrung, zumal ich solch ein Stück in dieser Form in Deutschland nicht erwartet würde.


Viele Szene wurden zudem mit volkstümlicher Live-Musik begleitet und ließen das Stück lebendiger wirken. Aber überzeugt euch selber ein wenig anhand der Bilder und einem kurzen Auszug in Videoform.


Im unteren Video seht/hört ihr übrigens den Regisseur (in schwarzer Kleidung)!