2008-03-29

29-03: "Warum in die Ferne schweifen..."

"[...], das Gute liegt doch so nah."; lassen wir mal eine Woche außen vor.
Zusammen mit meiner Mitbewohner Michèle und zeitweise 2 Franzosen ergründen wir die "Tiefen" Schwedens vom 4/4 - 13/4.
Südschweden soll durch eine Städtetour erkundet werden; Zeit dafür haben wir etwa über eine Woche.
Ausgangspunkt ist unverändert Umeå un die erste Station auf unserer Reise wird Göteborg sein. Das heißt, wir sind etwa 15 Stunden mit dem Zug "nonstop" unterwegs, immerhin wollen 1065 Km überwunden werden. Immerhin reisen wir über Nacht und sind für neue Erfahrungen immer offen.


Nach 2 Tagen in Göteborg geht es weiter nach Lund, etwa nur 3 Zugstunden von Göteborg entfernt.
Alle Übernachten wurden in "Wanderheimen"(Jugendherbegen) gebucht, teilweise bedeutet dies, das Zimmer (aber glücklicherweise nicht das Bett) mit bis zu 14 anderen Personen zu teilen.
In Lund übernachten wir in einem Zug. Dieser fährt nicht, sondern ist einfach als Schlafdomizil umgebaut. Nach diesem Tag Lund geht es weiter nach Malmö. Und da Deutschland wirklich nur wenige Schritte entfernt ist, machen wir noch kurz Halt in Dänemark, genauer Kopenhagen.
Da wären wir dann nach 2 Tagen Dänemark auch schon wieder fast am Ende der Reise, doch vorher geht es, wieder einmal mit dem Nachtzug, zur letzten Station Stockholm, für 2 Tage.
Und weil alle guten Dinge ungefähr π sind, geht es zum dritten Mal mit dem Nachtzug letztendlich wieder "nach Hause", zurück nach Umeå.
Fotos und Berichte folgen dann hoffentlich danach.

2008-03-27

27-03: Aus und vorbei

Aus und vorbei. Heute hatte ich meine letzte Prüfung hier in Schweden. Das Semester ist zwar erst zur Hälfte um, aber das stört mich herzlich wenig. Da ich schon etwas früher nach Deutschland zurückkehre, ist das ok für mich.
Die Letzte sollte aber auch die schwerste werden. Es war Festkörperphysik. Und aus Spaß an der Freude habe ich den schwedischen Kurs gewählt.
Dies sollte sich als einen großen Fehler herausstellen; nicht etwa weil er auf Schwedisch war, nein, es war ein Ingenieurskurs.
Vorraussetzungen dafür waren lediglich "Quantenmechanik für Ingenieure" und eine Mechanikvorlesung.
Die Vorlesung war eher einschläfend, obwohl von 2 Professoren gehalten, meinte man bei einem, sich in der Zeit rückwärts zu bewegen, so langsam war es.
Insgesamt wurde der Taschenrechner zu oft malträtiert, die Formelsammlung zu oft zu Rate gezogen und andere Späßchen.
Dementsprechend hatte ich mich dann auf die Prüfung vorbereitet, die Übungen noch mal schnell durch meinen Taschenrechner gejagt. Doch es sollte alles anders kommen....
Weil nach Ostern ja sonst nichts los ist, durften wir die Klausur auch erst gegen 16:00 Uhr schreiben; und weil es so schön ist, auch gleich bis 22:00 UHr bleiben; wer Lust hat.
Die Klausur war sehr komisch. Man durfte Aufgaben mit 2 Gleichungen und 3 Unbekannten ausrechnen, aber bitte den Zahlenwert angeben. Weiterhin sollte mehr "gelabbert" (natürlich schriftlich), als wirklich physikalisch gedacht und gerechnet werden. Irgendwelche Kurven von "dreckigen" Metallen sollte weiterhin ausgewertet werden. Da hatten nur noch die Übungsaufgaben mit integriertem Plot gefehlt. So fanden sich Übungsserien mit wirklich 5 cm x 5 cm Diagrammen, die dann per linearer Regression ausgewertet werden sollten.
Eben nur schade, daß es der einzige Schein ist, der mir noch fehlt.
Glücklicherweise war dann 22:00 Uhr auch aus und vorbei und es konnte zur "Party downtown" gehen.

2008-03-25

25-03: Anjas Abschiedsfika

Leider hatte sich wieder einmal jemand entschlossen, Umeå den Rücken zuzukehren. So veranstalte Anja, um die es hier primär geht, ihre Abschiedsparty in ihrem Korridor. Dazu wurden alle Freunde und Mitbewohner eingeladen.
Viele denken jetzt vielleicht, da hat doch jemand einen an der Waffel. Und genau darauf sollte es hinauslaufen. Bewaffnet mit 2 Waffeleisen sollte die Feier durch kulinarische Waffelkochkunst abgesichert werden. Eh jedoch alle Gäste anwesend waren, gingen die ersten fast schon wieder. Aber das Waffelbuffet wurde dann doch für alle hungrigen Ungeduldigen geöffnet; begleitet von Tiramisu, Beerenauflauf und viele Köstlichkeiten, die die nackten Waffeln bedecken sollten. Aber der Höhepunkt waren natürlich die HARIBO Gummibärchen.

Auf der Party wurde jeder von mir nach den vorangegegangenen Osteraktivitäten ausgefragt. Jeder war irgendwie irgendwo, nur ich mußte leider lernen über Ostern. Die wurde noch auch noch durch einen Fotovorführung von Anja's Osterausflug nach Helsinki untermauert. So wurde mir berichtet, daß man die 1200Km Umeå - Helsinki mit dem Auto in guten 15 Stunden schaffen kann, immerhin bei erlaubten 80 Km/h. Aufmerksame Leser erkennen natürlich, daß das theoretisch zwar möglich ist, aber praktisch doch schon sehr an die Substanz geht.
Das Ende fand die Fika in einer Art Auktion.
Wenn man so eine lange Zeit in Schweden verbringt, sammeln sich viele Güter an, die man so nicht unbedingt mit nach Hause nehmen möchte. So durften dann die "Hinterbliebenen" neue Nutznießer jener Dinge werden.
Anja warf unter anderm mit einem Pfefferkuchenhaus, einem Ikeabeutel, "Mr.Muscle"-WC-Steinen, Damenstrumpfhosen, Weihnachtsgeschenkpapier, Glühbirnen und vielem mehr um sich. Ab heute darf ich mich somit stolzer Besitzer von 63 neuen Reiszwecken nennen. Bei dem von allen hart umkämpfte Fahrradreparaturset reichte es für mich leider nicht.
Also dann Anja, eine schöne Zeit in Deutschland und einen gedämpften Kulturschock wünsche ich dir.