2007-11-09

09-11: Ich darf wieder in die Schule!

Heute stand ein Schulbesuch auf dem Programm.
Schon im Vorfeld durften wir uns für den Besuch eines Deutschunterrichtes in einer schwedischen Schule einschreiben. Dies habe ich auch getan, wenn ich schon hier nicht mit meinem Schwedisch glänze.=)
Deshalb mußte ich dann auch früh aufstehen. Schüler sind eben noch keine Stundenten und fangen deswegen eben früh am Morgen an. Das erste Mal habe ich realisiert, daß es 7 Uhr ja noch dunkel ist. Die Schule war gleich neben dem großen IKSU-Sportgebäude und stellte keine längere Strecke dar. So wartete ich dann auf den Deutschlehrer im Foyé der Schule. Wow, Schweden hat auch sehr moderne Schulen. Leider ist mir zu allererst das "Bitte keine Fotos"-Schild ins Auge gesprungen. Weil ich der erste und zu dieser Zeit einzige deutsche Student im Foyé war, durfte ich auch gleich beim Aufbauen helfen. Doch in die Schule kommt man (als Schüler/Lehrer) nur mit Chipkarte durch eine Drehtür, ist das modern. Dann ging es weiter (mit dem Deutschlehrer Herr Meuser) ins Lehrerzimmer. Vielleicht muß ich noch mal ein Synonym für Lehrerzimmer nachschlagen, aber dieses glich einer Lounge, einre Ruheoase, die ihresgleichen sucht. Der Raum war komischerweise größer als jeder Klassenraum und hatte eine sehr neue und moderne Ausstattung mit roten Sofas und eigener Einbauküche.
Nach dem Aufbau des Konferenzraumes für den Unterricht trafen wir dann die restlichen warteten deutschen Stundenten und ging gemeinsam zu den schwedischen Schüler. So stellten wir 3 uns den etwa fünfzehn 16-jährigen Schweden/Schwedinnen vor. Dann folgte die Gruppeneinteilung auf 3 Gruppen zu je einem deutschen Studenten. Wir sollte einiges über uns erzählen, den Schülern aber auch einige deutsche Antworten/Sätze entlocken.
Leider haben diese dann immer mit "Ich weiß nicht!" geantwortet. So verging die Unterrichtstunde (die hier 70 Minuten dauert) nur sehr schleppend vorran. Schade eigentlich, aber was soll man da machen. Immerhin war jene im "Steg 2", also doch schon ein eher fortgeschrittener Kurs.
Dann ging es zur ersten Vorlesung in der Universität. Komischerweise bestand die Vorlesung dann aber nur aus mache ein Anwesenheitskreuz, nimm ein Vorlesungsskript und verschwinde.
Gegen 12:10 stand die nächste Runde Schulbesuch an. Hoffentlich wird es diesmal besser.
Uns erwartete neben vielem selbstgebackenem Kuchen eine weit aus motiviertere, aber auch fortgeschrittenere Deutschklasse (Steg 3).
Hier war der Frauenanteil mit 2 Mädchen von 14 Schülern sehr niedrig. Ich wurde 3 Jungen zugeteilt, etwa im Alter von 17 Jahren. Aber ich war sehr überrascht. Sie waren sehr motiviert, haben viel gesprochen (jeder von Ihnen), aber auch viel gefragt. So verging diesmal die Unterrichtsstunde wie im Fluge.
Als kleines Dankeschön haben alle deutschen Studenten einen Kinogutschein erhalten. Danach durfte ich dann noch 4 Stunden Quantentransporttheorie über mich ergehen lassen.
So ein Tag war ich in meinem "Urlaubssemester" schon gar nicht mehr gewohnt, letztendlich hieß es aber dann: Wochenende.
Weiterhin wurden wir noch mit reichlich Schnee belohnt, hatte es aber zuvor am Tag sehr viel geregnet und die Wetteraussichten für die kommenden Tag versprechen zusätzlich eher Minusgrade.

2007-11-08

08-11: Schweden hat einen neuen Superstar!

(Sverige behöver inte en ny superstar!)

Die Klausuren habe ich ordnungsgemäß über die Bühne gebracht. Aber heute will ich singen!
Es wurde zur Playstation Singstar-Party bei Boris eingeladen. Wieder einmal war es für mich das erste Mal.
Angekommen gab es dann auch schon die ersten technischen Probleme mit dem Fernsehen. Aber dies lösten wir durch das kurzeitige Entwenden eines anderen Fernsehen zwei Korridore unter jenem.
Dann laß uns die Party rocken. Insgesamt waren wir 7 Personen, die Männer diesmal in der Überzahl und bis auf die Anita nur Deutsche. Insgesamt sangen wir bis 1 Uhr und ich durfte an diesem Tag auch noch 7 Uhr aufstehen.

Anita, Sören und Caro

In den Runden, in den ich mit meinem Team nicht vorne lag, haben wir wenigsten an Erfahrung gewonnen. So durfte ich Klassiker wie "No woman, no cry" oder Baby Girl (von Aqua) singen. Aber auch Sachen wie "You can't touch this" von MC Hammer rappen.

Ich und Christian

Es war ein Abend, der unbedingt einmal wiederholt werden muß, andere würden es aber auch Revanche nennen.


2007-11-07

06/07-11: tentorna, men sedan inte längre pluggar!

(Die Examen, aber danach nicht mehr lernen!)


Weil es 2 Klausuren waren, darf ich auch im Plural schreiben. Zuerst stand der Höhepunkt an - Quantenmechanik 2. So ging ich mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge in die Klausur. Nie wieder "Jabb" oder " Your mother must have told you this!" mit diesem netten russischen Akzent.
Aber vor der Klausur hieß es erstmal richtig ausschlafen, also bis 12 Uhr. Die Klausur sollte erst gegen 16 Uhr beginnen, aber dafür dann knallhart 6 Stunden bis 22 Uhr, damit man dann gleich in die Feierlaune übergehen konnte.
(Wir reden momentan ürigens vom 06.11.07) Somit ging dieser Tag erst gegem 14 Uhr so richtig los. Nach dem Mittagessen durfte ich mir dann auch gleich wieder das Abendbrot zubereiten, für die Klausur versteht sich.
Wie schon die Schwedischklausur und alle folgenden Klausuren (über 2 Stunden) wird diese Klausur im "Östra Paviljon" geschrieben; eine Studenten-Folterkammer, nur dafür geschaffen, die Studenten auf das Grausamste 6 Stunden lang hinzurichten, bloß zu stellen bis sie auf alle Vieren wieder das Gebäude zu verlassen.

Östra Paviljon

Leider ist es 16 Uhr zu dieser Jahreszeit schon dunkel in Nordschweden. Da fühlt man sich wie "Ich könnt' aber schon wieder ins Bett gehen.".
Als ich in der Folterkammer meiner Bestimmung angekommen bin, habe ich auch schon die anderen bekannten Gesichter aus meiner Seminargruppe ausmachen können.



Erster Schritt war es dann jedoch das Essen zu ordnen. Es gab leckere kalte Vollkornpfannkuchen, Salat und so ein Bananenkokosmilchgemansche; war dann doch aber irgendwie sehr braun geworden. Die anderen hatten ihre Tische mit Süßigkeiten vollgestellt.
Ein geiles "Feature" dieses Gebäudes ist der Alarm. Sobald man eine SMS versendet/empfängt, geht der Alarm los; das nenn' ich mal Klingelton.
Auch eine ein kleines "Haus im Haus" gab es, nur wurde das dort Raucherkabine genannt. Aber es sollte doch eigentlich egal sein, ob man den Rauchertod oder den Klausurentod an diesem Tag stirbt.
Auch diese komischen Schweden mit ihren Overalls umzingelten mich von allen Seiten.



Es wurden anschließend die Klausuren verteilt. Komischerweise meldete sich etwa die doppelte Anzahl der Kursteilnehmer für QM 2, so viele Nachschreiber?
Dann wollen wir mal das Kind schaukeln!
Mit einem guten, schon aus den Seminarleistung erwirtschafteten Puffer von 30% bestand das Primärziel darin, die verbleibenden 2 Punkte (10%) für das Bestehen zu erreichen.
Das Ziel hatte ich dann auch nach den ersten 10 Minuten erreicht.
Was nun? Mach' ich mir einen schönen Abend, oder will ich es wissen. Aber das ganze Essen war ja auch noch da; schon blöd, alles wieder mitzunehmen.
Bis zur 7. Aufgabe bin ich ganz gut durchgekommen, aber dann die 7.!
Doch was ist das? Da ist doch ein Fehlerteufel am Werk. Da fehlt doch einmal die Einheit Meter. Was machen wir denn jetzt? Die nächsten 10 Minuten habe ich trotzdem gerechnet, hätte aber noch mindestens 3 Stunden gebraucht, diesen Mist zu ende zu rechnen. Solche Integrale rechnet man nicht selber aus. Was ist das für ein Mist.


Letztendlich bin ich dann 30 Minuten vor Schluß gegangen. Komischerweise kamen unter anderem genau die Aufgaben von vorrangegangen Seminaren dran, die ich mir vorher nicht angeschaut habe.
Aber in allem bin ich doch sicherlich zu einem guten Resultat gelangt, letztendlich wird sich das in der nächsten Woche zeigen.
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Mittwoch mal wieder früh 12 Uhr aus dem Bett gekommen ging es auch gleich zum ungedeckten Frühstückstisch.
Heute stand schwedische Geografie auf dem Stundenplan. Da ich keine Lust und Zeit hatte, mehr als so manch ein Schwede über Schweden zu wissen, habe ich mir wenige konkrete Lernschwerpunkte herausgepickt und diese noch bis zum Exzeß gelernt. Leider hatte ich ein Problem. Die Klausur war auf Englisch, einer unserer Professoren hat uns aber zugesichert, die Antworten auch in Deutsch geben zu können. Nun habe ich auf Deutsch gelernt, aber Albrecht meinte einen Abend zuvor, das wäre nur ein Scherz gewesen. Naja, das werde ich trotzdem schon irgendwie über die Bühne bringen.
Dann ging es auch irgendwann am Tag zur Klausur. Sie war für 18:00 bis 20:00 angesetzt. Gut vorbereitet, ohne einmal in den "Atlas of Swedens Geography" (Kurslehrbuch) geschaut zu haben, warte ich mit den anderen angetretenen Klausurwilligen im Raum. Als es dann jedoch 20:15 war, fragten wir uns schon, ob wir das richtige Jahr gewählt haben. Doch plötzlich kam der Professor in den Raum und erklärte uns, daß er annahm, wir wären im anderen Raum, wo er schon eine längere Zeit wartet. Und was ist nun das Einfachste? Richtig, die ganzen Studenten folgen ihm in den Raum; ich liebe diese Geografen. Dort wartete dann aber auch noch sein Sohn (vielleicht 5 Jahre) als zweite Aufsichtsperson.
Der Test bestand aus 2 Teilen. Der erste Teil bestand wiederum aus 2 kleineren Aufsätzen zu ausgewählten Themen. Ich durfte über die (geschichtlichen) Ursachen der Verstädterung in Schweden schreiben und dann auch die Gründe diskutieren. Das zweite Thema befasste sich mit dem politischen System Schwedens. Sch..., das hatte ich mir doch vorher nur 10 Minuten profylaktisch angesehen. Glücklicherweise sollte ich dies dann auch noch mit meinem Heimatland vergleichen dürfen.
Aber der Hammer sollte noch folgen. Multiple Choice-Fragen; also "Du hast die Wahl zwischen 6 Antworten". Die Fragen waren ja schon mal sehr fies. Die Erste hatte ich noch hinbekommen, die zweite wollte von mir wissen, was ein "ester" ist. Leider war keine Antwortmöglichkeit "ein schwedisches Wort", sonst hätte ich die dafür vorgesehenen 2 Punkte im Sack gehabt. Weiter ging es. Nächste Frage war nach dem unbeliebtesten Urlaubsziel (bezüglich der schwedischen Bevölkerung) von 6 Auswahlmöglichkeiten . Die nächste Frage war so ähnlich, dann aber bezüglich des Handelspartners.
Dann sollten wir auch noch das jüngste Sportevent aus verschiedenen Marathons/Rennen in Schweden wissen. Eine Frage war bezüglich einer Defintion "urbanized rural city" wie sie im schwedischen Atlas vorkommen soll. Hätte ich mir das Ding doch nur mal angeschaut.
Aber glücklicherweise durfte ich dann doch bei den Aufsatzzhemen in Deutsch antworten und somit hat es locker für die 50% gereicht; war ja eh nur eine "Spaßvorlesung".