2007-10-06

05-10: Freitagsvorlesungen

Mal wieder eine lustige Episode der Quantenmechanikvorlesung:


Wer den Fehler zuerst findet, gewinnt eine Dose Surströmming.





Das Land der Elche hält manche Überraschungen bereit.


2007-10-05

05-10: "Der Himmel ist doch blau, obs schon einer nicht sihet."

17:00 Uhr auf dem Universitätsgelände:







18:30 Uhr auf dem Heimweg:





04-10: Jag behöver en svensk!

(Ich brauche einen Schweden!)


Schwedisch will ich sprechen! Aber wo soll ich da anfangen?
Richtig, in Schweden ist die beste Antwort. Also guter Rat muß nicht teuer sein (im Gegensatz zum Rest in Schweden).
Dann bestell' ich mir eben einen gebrauchten Schweden. Leider gibt es hier kein ebay.de (ebay.se ist ein Witz ohne Pointe) und so blieb mir nichts anderes übrig als mich dem Tandemprogramm anzuschließen.
Jenes ist ein Programm für deutsche Austauschstudenten und deutschstudierende Schweden. Jedem Austauschstudent wird somit ein Schwede zugeteilt(; das war der Plan). Das war es dann auch schon für die Organistoren. In der Einführungsveranstaltung fanden sich somit alle Paare und organisierten auch gleich das erste Treffen.

Was habe ich ersteigert? Einen waschechten Schweden: blond, groß, blaue Augen; eben ein nordländischer Typ. Deutsch konnte er zudem auch sehr gut, hatte er ja ein halbes Jahr in Würzburg an der Universität Schwedisch unterrichtet. Wir haben uns während des ersten Treffens über alles nur nicht in Schwedisch unterhalten=/. Er hat mir zwar versucht, seinen Beruf auf Schwedisch zu erklären, aber naja; obwohl die Schweden nicht schnell fahren dürfen, können sie doch schnell sprechen.
Aber so richtig Schwedisch ist er dann doch nicht; er ist Vegetarier und trinkt keinen Kaffee.

Photos könt ihr dann sehen, wenn ich ihn nach einem Jahr wieder bei ebay.de reinsetze.

Stefan grüßt alle in good old germany.

04-10: Kanelbullens Dag


Wir schreiben den 4.Oktober. In Schweden bedeutet das konkret "Kannelbullens Dag". Besser kann ich es auch nicht erklären.
Selbst unser Haus wurde von dieser Tradition nicht verschohnt. Es stand Kanelbullar backen an, und das im untersten Geschoss unseres Gebäudes. (Leider konnte ich an dieser Zeremonie nicht teilnehmen, da ich woanders erwartet wurde.)


Schon am Morgen durfte ich die Variante für Veganer in Augenschein nehmen. Kanelbullar für alle tiereliebende Vertreter der Gattung Mensch; aber es möchte doch bitte mal einer an die Sojapflanzen denken; die haben auch Gefühle! So gibt es dann in der Veganerküche milchfreie Butter, Sojamilch und noch andere Kuriositäten.

Meine Pflicht für diesen heutigen Tag bestand nur darin, Kanelbullar zu essen. Dies wurde mit einem Filmabend verbunden.
Eine Mentorin aus unserer Mentorgruppe buchte für en Abend einen eigenen Filmvorführraum in der Universität. Der Film war sehr interessant, natürlich nicht nur, weil er in Schwedisch war, sondern weil es keine übliche Hollywoodproduktion war. Der Titel war "Ondska", was soviel wie "Übel" bedeutet.
Zwischendurch wurden dann kräftig Kanelbullar bis zum Zuckerschock gefuttert.




Danach ging es dann noch in das IKSU-Sportzentrum für eine runde Beachvolleyball. Ist man nicht im Besitz einer Mitgliedskarte (25-40 € pro Monat) bezahlt man als Einzelperson 65 SEK (etwa 7 €), um den Beachvolleyballplatz nutzen zu dürfen.

03-10: Backe, backe Kuchen ...


International Dinner mit der alten und neuen Mentorgruppe



Schweden und der 3.Oktober! Was machen die Schweden denn am 3.Oktober? Sie warten auf den 4.Oktober, weil dann (speziell im Norden) der "kanelbullens dag" (Zimtschneckentag) zelebriert wird. Aber das ist eine andere Episode.
Heute stand ein "International Dinner" mit meiner alten und neuen Mentorgruppe an. Welche Nationalitäten sollten vertreten sein? Deutschland, Polen, Spanien, Finnland, Schweden, Irland, England, Kanada, Frankreich, Chile, Brasilien, Belgien, Schweiz, Österreich, Norwegen und mehr fällt mir aktuell nicht ein.

Natürlich wollte ich auch etwas Deutsches präsentieren und vorher natürlich zubereiten.
So habe ich mich mit der Susi (aus Würzburg) bei mir in Mariehem getroffen um diverse Kuchen zu backen. Aber deutsche Gerichte (und speziell Kuchen) in Schweden zu zubereiten ist eher ein Krampf. Stichwort: Supermarkt Odyssee(, dazu kommen wir in einem separaten "Blog").
Wir entschieden uns spontan für einen Apfelkuchen, waren doch die Äpfel im Supermarkt gerade im Angebot, und wen mag es verwundern, Herkunftsland war Deutschland.
Am selben Morgen entschied ich mich zusätzlich noch ganz spontan für einen Kalten Hund.




Während dieser Mittagsstunden haben ich dann auch endlich meinen 9. und letzten Mitbewohner kennenlernen dürfen; oder sagen wir besser dessen Frau. Beide kommen aus Bangladesch; sie kocht jeden Mittag etwa 3 Stunden für ihn und bringt dann alles ins Zimmer.
Zurück zum Blogthema:
Das International Dinner wurde von einer Geburtstagsfeier, die dann aber gleichzeitig gefeiert wurde, überschattet.
Das International Dinner war wiedermal eine sehr interessante (kulinarische) Erfahrung, wurden einem doch vielerlei ausländische Spezialitäten präsentiert. Komischerweise gab es aber mehr Süßspeisen und Kuchen als warme Gerichte. Weitere deutsche Alternativen an diesem Abend waren Deutsches Schnitzel und Bayrische Creme.



Gefeiert wurde bis 23 Uhr und dann ging es auch schon wieder weiter in eine Diskothek.


Es ist hier echt sehr komisch eine Diskothek auf dem Universitätsgelände zu haben. Aber beim Feiern in Schweden muß man einiges beachten. So hat jede Diskothek generell nur bis 2 Uhr nachts geöffnet, selbst am Wochenende; der Alkohol ist sehr teuer und die Eintrittspreise sind auch nicht zu verachten.

01-10: Räkna, räkna, räkna ...., men sedan FIKA

(Reche, Rechne, Reche ... aber dann FIKA)

Meine Quantenmechanikgruppe und ich beim wöchentlichen Aufgabenlösen


Dieser Post soll euch in erster Linie einen Eindruck davon vermitteln, wie man im Ausland studieren kann, beziehungsweise, was einen dort für Möglichkeiten gegeben werden.

Obwohl Umeå in etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Jena hat, hat man in Schweden insgesamt doch etwas mehr "Freiraum". (In Umeå sind es etwa 111.000 Einwohner. Hier wird im Stadtzentrum durch eine riesige Leuchtanzeige diesbezüglich auf dem Laufenden gehalten. Wenn ich da noch einmal vorbeikomme, werde ich ein Foto machen.)

Auch ist die Universität von Umeå sehr jung (im Vergleich zu diversen Universitäten in Deutschland (wie zum Beispiel Jena)). Man findet hier bis zu 20 Seminarräume, die man die ganze Woche über für mehrere Stunden (ja, auch Sonnabend und Sonntag) buchen kann. In jenen ist dann Gruppenarbeit angesagt, also einer macht die ganze Arbeit und der Rest schreibt dann alles ab.
So bin ich auch Mitglied in einer international gemischten Gruppe; es sind, natürlich Deutschland (und das nicht nur durch mich), Frankreich, Mexiko und Polen vertreten.
Nach mehreren Wochen wöchentlichen Treffens und Lösen quantenmechanischer Aufgaben ist es mittlerweile Tradition geworden, jede Woche einen selbst gebackenen Kuchen oder etwas anderes mitzubringen(; jeder organisiert eine andere Woche etwas).


Hier seht ihr einen Teil des Vorraums des gesamten Seminarraumkomplexes mit der Möglichkeit seinen Raum für die kommenden Treffen zu buchen. Insgesamt findet man anstatt der gewöhnlichen Wände viel Glas, die der Außenwelt einige Einblicke in das aktuelle Geschehen ermöglichen.
Auch werdet ihr an der Universität vergeblich die konventionellen Tafel suchen; die einzige, die ich bisher gesehen habe, wurde zu einer Tür umfunktioniert und war dementsprechend dunkelgrün.
Ein Teil dieser modernen Universität machen sicherlich die überall befindlichen (neudeutsch) "Whiteboards" aus. Die findet man echt in jeden Unterrichts- und Seminarraum.

Es ist eine sehr schöne Art, in diesen hellen Seminarräume in einer Gruppe zu arbeiten.

Hier seht ihr einige "Montagsimpressionen" und einer ausländischen Schokoladentafel; sie kommt aus Polen, war aber sehr gut.


2007-09-30

30-09: Ett, två, FIKA ...

..., die schwedische Art zu zählen!

Wir schreiben mal wieder Sonntag.
Studenten kennen das; irgendeine fremde Macht hat wieder einmal die Weckfuntion des Weckers deaktiviert. Und so kam es dann auch nach einen schönen Korridorparty vom Vorabend dazu, daß mich diese schrecklichen Sonnenstrahlen 12 Uhr Mittags wecken mußten.
Was nun? Erstmal das Frühstück zubereiten und sich von dem frühen Mittagessen der anderen Mitbewohner ja nicht stören lassen; ist ja schließlich Sonntag und das eben nur einmal in der Woche.
(Irgendwie hatte ich es auch im Urin, mich nicht für 7:30, sondern 12:00 auf der Wäscheliste einzutragen.)
Was machen mit so einem angebrochenen Tag?
Die Zeit verging wie im Flug und dann war es auch schon wieder 14 Uhr.
Aber Sonntag ist FIKA time, und das heute gleich zweimal.
Die erste war aber diesmal im Skogis, ein Studentenclub von Studenten für Studenten.


schwedische Studenten sehr beschäftigt am Sonntag

Dort sollte ich dann auch meine Mentorgruppe erwarten.
Das Wetter war nicht schön und so lag die einzige Freude in einem schönen Stück Kuchen, quasi als Mittagsessensersatz.


Schmuddelwetter in Schweden

Irgendwie sind auch 5 Mann aus meiner Mentorgruppe erschienen (von 15) und nur eine Mentorin (von 6 schwedischen Mentoren, die dazu da sind, uns "Exchangis" zu betreuen und/oder unter den Tisch zu trinken). Das kann ja lustig werden.


ein Teil meiner Gruppe + Mentorin (rechts)

Aber nichtsdestotrotz wurde wir, wegen dieser geringen Beteiligung unserer Gruppenmitglieder an eine andere Mentorgruppe angegliedert (es gibt insgesamt 16 Mentorgruppen zu je 15-18 Austauschstudenten und je 5-6 schwedischen Mentoren).
Die Neuen waren auch insgesamt irgendwie lustiger.


die "fremde" Mentorgruppe


ein Mentorgruppenmitglied und eine fremde Mentorin (rechts)

Eine fremde Mentorin war ganz lustig, sah aus wie eine Französin, kommt aber aus Finnland; obwohl eher braungebrannt.(Da könnt ihr sehen, was zuviel Handystrahlung im Nokialand Finnland für Auswirkungen hat) Diese hielt mich dann auch für einen Franzosen, sehr lustig.

Und jeder, der mich nicht kennt, fragt dann immer, was ich studiere. Verlegen antworte ich dann Physik und bitte um die nächste Frage.

Dann war gegen 20 Uhr unsere obligatorische Korridorfika angesagt.
Jeder Mitbewohner unseres Korridors (wir sind insgesamt 8 Leute auf dem Korridor) hat aller 8 Wochen eine Woche lang Putzdienst und die Krönung dessen ist eine abschließende Fika am Sonntag um 20 Uhr auszurichten (, mit Kaffee/Tee und Kuchen/Ähnliches).
Ich hatte meine übrigens schon vor 2 Wochen; es gab selbstgemachte Kanelbullar, sehr lecker.
Aber manche Schweden können oder wollen eben dann auch nicht backen und kaufen Eis. Aber auch lecker. (Wir haben hier ein Veganer, der ist immer sein Tofueis=D.)

Zur Fika wird dann immer sowas diskutiert wie, warum man den nicht abgewaschen hat, etc..
Die Schweden sind sehr komisch, und alle hier erfüllen den typischen schwedischen Stereotypen, außer das Kaffeetrinken, das müssen die hier noch lernen.

Leider war meine etwas reifere Mitbewohnerin im zarten Alter von 56 (und sie sieht älter aus als sie vorgibt zu sein), aus Finnland kommend, nicht anwesend.
Sie studiert übrigens Physiotherapie und ist mal wieder einfach so für mehrere Wochen nach Finnland gefahren. (Vielleicht muß die noch Holz in irgendeiner Sauna nachlegen.)
Ich wohne schon mit sehr komischen Menschen/Schweden zusammen, aber ok, nicht ganz Schweden ist grau.

War ein sehr angenehmer Studentensonntag, den ich so in Deutschland nie hatte.
Der Stefan hält euch auf dem Laufenden.