2008-04-09

09-04:Kopenhagen

Da saßen wir nun auf der Bank, wie bestellt und nicht abgeholt. Aber es war schön: die Sonne schien das erste Mal wieder so richtig auf unsere fahle, sonnenhungrige Gesichtshaut, das Ticket fest in der Hand, aber die Gewissheit, daß es noch eine Stunde hin ist, bis uns der Bus nach Kopenhagen fährt und die Freude auf ein anderes Land.
So bezwangen wir dann mit dem Bus jene Brücke, die Schweden durch Malmö mit Kopenhagen verbindet, manchmal zählt eben doch Länge, genaue 16 Km in diesem Fall.
Auch ließen wir uns, endlich angekommen im "Kaufmannshafen"(=Kopenhagen), nichts anmerken. Diesmal war es für uns eine Großstadt unter vielen und Mission war das schnelle Zurechtfinden in jener. Der erste Schritt bestand natürlich darin, eine Touristeninformation zu finden, und laut Plan gab es hiervon im nahem Umkreis einige. Doch so recht lies sich keine von uns entdecken, selbst nach lautstarkem Nachfragen.
Wir mußten der Realität ins Auge blicken. Obwohl wir uns nur 16 Km von Schweden entfernt befanden, wehte hier ein ganz anderer Wind. Alles war viel "europäischer", die Menschen waren eher unfreundlich, weniger zuvorkommend, eben eine europäische Großstadt.
Nach wenigen Stunden Erkundungstour war es an der Zeit, das Wanderheim zu beziehen. Komisch, aber Ziele über weiter Distanzen ließen sich in Kopenhagen am besten nur mit dem Bus befahren, Metros haben wir von außen gesehen, aber das Netzt schien eher dürftig gedeckt zu sein.
So brauchten wir dann auch 30 Minuten für etwa 2 Km vom Zentrum zu unserer Herberge. Sogar die alten Leute waren unfreundlich im Bus, und von jenen fuhren eine Menge, den ganzen Tag über. Das Bussystem war im gesamten eine einzige Katastrophe, so gar nicht großstadtähnlich. Alles war schlecht verbunden miteinander, die Busse brauchten eine halbe Ewigkeit und im Vergleich zu Stockholm kann man da eher lachen, eine wahre Schande für so eine Stadt.
Stadttheater

Königliche Bibliothek

In der Herberge bezogen wir dann jeweils unsere Schlafdomizile. Doch wo bitte sind die Küche und die ganzen anderen Herbergsattraktionen?; im Keller? So war es dann auch. Die Küche war im Keller, der Speisesaal war im Keller (, oder nennen wir es Untergeschoß,) und man schaffte es doch tatsächlich, diese ohne jegliche Fenster auszustatten. Es war wie in einem Krankenhaus, wirkte steril und unpersönlich; Räume und Dinge, die ihren Zweck erfüllen sollten, nicht mehr und nicht weniger.

Das Kochen des Abendbrot bereitete auch einige Überraschungen; wo war das Besteck und Geschirr? Sowas konnte man hier gegen eine Gebühr ausleihen und erhielt dann einen Plastikkasten voller Ikeageschirr. Dann sehen wir einmal, was uns der zweite Tag in Dänemark bringen wird.
Apropos Sonne, die war kurz nach unserer Ankunft in Dänemark leider in Schweden zurückgeblieben, vielleicht nicht über die Grenze gekommen? Jedenfalls zogen hier Wolken auf und das sehr dicht, aber Höhepunkt war dann der vorabendliche Hagelschauer, eingeleitet durch heftigen Regenschauer.

Keine Kommentare: