2007-09-29

28-09: Northern (high)lights






Guten Abend,
immernoch Freitag und die heutige Aufgabe für den Abend besteht darin, bei abnehmenden Vollmond komische grüne Lichter am Himmel festzustellen, nein keine Ufos;
es geht um Nordlichter.

Eingige wenige habe schon die Tage zuvor selbige feststellen können und da haben sich die Hobbyphysiker natürlich nicht lumpen lassen, die Digitalkamera eingepackt und ab an den See.

Das Ergebnis präsentiere ich euch jetzt:



Aber es war eine insgesamt schöne "Nachtlandschaft" bei sehr hell-scheinendem Mond festzustellen. Und so entschieden sich dann viele für das obligatorische Freitagsfikafeuer am See.
Ein sehr schöner Abend, wenn auch in diversen Korridoren bei anderen Lichtern gefeiert wurde.



Aber trotzdem musste ich fesstellen, es ist arschkalt in Schweden und es wird kälter.
(Die Adresse für die Rote Kreuz Lieferung könnt ihr rechts auf dieser Seite wahrnehmen.)








28-09: "[...] the catbook!"

Hi folks,

wir schreiben mal wieder einen klasse Freitag! Warum?

Richtig! Es heißt mal wieder Quantenmechanik 2 XXL, also geschlagene 4 Stunden Verwirrung inklusive.
Aber als ob das nicht schon genug wäre, wird auch neues Wissen aufgefrischt.
So werden dann SI-Einheiten Verfechter als Ketzer bezeichnet und gar mit Windows Mitarbeitern verglichen.Weiterhin ist es in der Physik schöner, wenn alles gleich 1 ist.

Naja für 3 Konstanten hat er es dann auch gemacht, leider fehlt die letzte Zeile, die er wieder wegwischte, weil er sie nicht beweisen konnte: 2 = 1



Aber auch die Familienangehörigen kommen in der Vorlesung nicht zu kurz.
So wird altes Wissen wie sin(theta) = 2*sin(theta/2)*cos(theta/2) wieder aufgefrischt mit dem Satz:
"I don't know, but your mother must have told you this!"

Aber auch die Verweise auf hilfrreiche Literatur, die die Konfusion für das Wochenende komplett machen, fehlen nicht.: "So use the cat book!"
Gemeint ist damit natürlich folgendes Buch (-Introduction to Quantum Mechanics, David F. Griffiths):



Aber seht den Meister selbst!



Spaß in Quantenmechanik fern von Meinelscher Feinmotorik ist da vorprogrammiert, und man muß nicht jedesmal ein Ticket an der Kasse lösen.


2007-09-28

27-09: Neurosen in der Stadt der Birken

jaja, das alte leid...

...die küche.


Nichtsdestotrotz bin ich auch auf schwedisch um keine antwort verlegen; aber seht selbst!

2007-09-27

27-09: Rettet den Wald! - Eßt mehr Biber!

Bibersafari

5 o'clock sharp" an den Docks von Umeå trafen wir einen Typen mit Cowboyhut, Lederhose und einer sehr unauffälligen, gelben Jacke. Richtig unser Führer höchstpersönlich, das Alphamännchen der ansäßigen Biber. Und ab gehts!
Rein in den Jeep und ab zur Safari; Biberjagen. Denn die stehen in Schweden nicht unter Naturschutz.



Nein das Kanu auf'm Dach ist nicht aus "Biberholz"., aber trotzdem schön anzuschauen.
Erstmal eine ruhige 30-Minuten Fahrt zu einem Fluß, weil in der Stadt noch keine Biber gesehen wurden; sind ja auch sehr scheue Tiere.
Zwischenstop in einem seiner vielen"Sommarstugorna". Es mußte eines sein, weil der Putz schon von den Wänden kam. Dort lieferte er dann die "Mundharmonika" auf'm Dach ab.
Endlich weiter zum Fluß Vindelälvm, Biberjagen.


Bevor es jedoch zum Boot ging, erste Instruktionen:
Handy abstellen, die Biber hören mit, und leise reden, wir wollen ja nicht deren Fernsehabend stören. Ein Hobbybibertötermesser hatte er auch an der rechten Hüfte, für alle Fälle.

Dann rein ins Boot, richtig eine "Yacht" aus den 60ern, damals für den Holztransport zuständig, aber jetzt, wenn das die Biber übernehmen, werden Touristen damit transportiert.
Der Sonnenuntergang rückte näher.



Unser Führer paddelte selber und uns wurde auf der See arschkalt. Aber er hatte sicherlich auch eine Fortgeschrittenenkurs im "leise Paddeln" solviert. Da hätte man die Elche im Wald furzen hören können.

Dann ging es flußabwärts, keine Biber; wieder flußaufwärts, keine Biber. Es sollten aber hier 3 ansäßige Biberf sein. Sind sicher Studentenbiber, ausschlafen bis Abends.

Dann gings ab in den Wald, Fährten lesen.





Naja, diese Zeichen waren schwer zu interpretieren, da fehlte uns einfach das Germanistikstudium. Nur eins sei gesagt, mit Dentagard schafft ihr Kids das auch, also immer schön Zähneputzen nicht vergessen!
Wir warteten und warteten.
Nichts geschah; also wieder ab ins Boot, vielleicht kommen die bei dem rhytmischen "Leisepaddeln" aus ihrem Versteck.
Doch da; ist es Loch Ness. Ne,in es war ein Biber, zweimal gesehen und dann war er auch wieder weg.
Kommt davon, wenn man ausflüge zu günstigen Studentenpreis bucht.

Dann ging es wieder an Land, es wurde ja auch irgendwie dunkel und die Biber wollten dann auch in die Nachschicht. Es ging weiter zu Feuerstelle, begleitet von gefährlichen Bibergeschichten, wie die eines Hobbyphotografens, der nach Stunden des Wartens einen Biber auf frischer Tat ertappte.

Weiterhin gibt es in Schweden überall FIKA, bei den Bibern sicherlich auch. Und was braucht man für eine FIKA? Richtig, Kaffee. Leider gibt es den so in der freien Natur nicht. Also was tun?

Man nehme einen alten Topf, ein bisschen Flußwasser, Kaffeepulver und alles "rin" in den Pot und ab auf's Feuer. Bei der 2 Tasse habe ich dann auch gelernt, nicht den Kaffeesatz mitzutrinken.



Das Feuer vertrieb zusätzlich ein wenig die Kälte aus unseren Bibertöterhänden.
Insgesamt ein schöner Outdoorausflug und auf dem Rückweg schauten wir dann noch einmal bei "seinen" Eltern vorbei, weil dort die neue DVB-T Anlage installiert werden mußte. Meine Theorie war es ja, daß die Biber das irgendwie mit dem Holz anknabbern falsch verstanden haben.



Übrigens, ds einzige physikalische/mathematische Gespräche kam auf, als er uns berichtete, daß er die Oberstufenklasse dreimal wegen Mathematik wiederholen mußte.

27-09: Ich glaub', mich knutscht ein Elch.

Besuch der Elchfarm in Bjurholm (60 Km nordwestlich von Umeå)


Ich brauche Moos, ganz viel Moos. Warum? Schweden ist eben teuer, da hilft auch nicht der starke Euro-Dollar-Wechselkurs. Oder wie meine Freunde in Kanada sagen "moose", was so viel wie Elch bedeutet. Aber auf Schwedisch sind es dann doch die "älgar"(älg (sing.)).

Wo fangen wir an? Den erste Schritt stellt natürlich die richtige Reiseplanung dar.
Schon anfangs während der "Orientierungswoche" haben wir zwei Jeneser (Albrecht und ich) auch noch zwei weitere Studenten aus Jena getroffen. Beide studieren Biochemie. Weiterhin sind beide mit einem Auto in Umeå angereist.
Da die Elchfarm in Bjurholm nur etwa 60 Km von Umeå entfernt liegt, sollte ein Ausflug kein Problem darstellen. Selbst ein Navigationsystem war vorhanden. Die schwedischen Straßen sind schon sehr lustig. Man fährt durchschnittlich 90 Km/h und wird aller 5 Km vor einem 2 Km entfernten Blitzer gewarnt; aber in allem doch sehr human geregelt. Zwei Spuren in jede Richtung stellen eher die Ausnahme dar(;eine Spur ist hier üblich).
Angekommen in Bjurholm reihten wir uns in die elchfanatisierte Gruppe von etwa 22 Personen ein. Viele nichtschwedische Teilnehmer reisten mit einem extra dafür gemieteten Auto an. Die Japaner/Chinesen durften da natürlich nicht fehlen. Und so wurde schon vom Beifahrersitz aus dem Auto heraus gefilmt, obwohl das Auto noch nicht einmal still stand.



An der Information bezahlten wir dann den Eintritt und bekamen daraufhin eine deutsche Übersetzung aller Museumstexte in die Hand gedrückt.
Erste Station war das besagte Elchmuseum (, was natürlich zur Elchfarm gehört). Dort gab es vielerlei Hintergrundinformation zu, richtig, Elchen; eben alles, was man über Elche wissen sollte.







Es folgete eine Diashow über Elche in jeder Lebenslage. Aber der Höhepunkt sollte noch folgen.
Es ging zu den Elchen, nicht diese "Plüschviehcher". Ich rede von einem 2 Meter hohen, 400 Kg schweren geballten Stück Fleisch. Glücklicherweise trennte uns ein Zaun von 3 Elchen. Ich falle nicht auf ihre "einen auf harmlos machen"-Masche rein. Langsam näherten wir uns dem Zaun. Ich sah schon langsam mein Leben an mir vorbei ziehen. Sie näherten sich auch mehr und mehr dem Zaun.





[...] Dann hieß es Fütterungszeit. Der Elchfarmbesitzer sollte dies höchstpersönlich ausführen. Er ging also ins Gehege, mit allerlei Leckereien wie Busch, Äpfel und Karotten. Wir sollten ihm folgen. Jetzt hieß es nur noch, "Dieses Gehege ist zu klein für uns zwei." Wir mußten unseren Ängsten ins Auge sehen. Ihre scheinbar harmlose knuffige Nase ragte mehr und mehr in unsere Richtung.




Doch was ist hier los?
Plötzlich wurde mir alles klar. Diese "Pitelche" wurde einfach nur abgerichtet, zu zahmen Schoßelchen erzogen. Brav Männchen machen wenn das Alpahtier alias Farmbesitzer kommt.
Und wenn mich dann jemand fragt, wie es war, dem Tod ins Auge zu blicken, dann kann ich sagen, ich blicke ihm nichts nur ins Auge, nein ich streichelte ihn auch.



Doch sollte das alles noch nicht reichen, jetzt ging es zur kindlichen Unschuld.
Wir besuchten die Babyelche. Auf's Grausamste abgerichtet, nachdem sie direkt nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden, mußten sich diese der Besuchergruppe stellen.






Insgesamt habe ich 4 erwachsene Elche und 4 Babyelche gesehen, berührt, gefüttert und quasi für einige Augenblicke dem Tod ins Auge gesehen. Es war ein schönes Erlebnis.
Zum Abschluß gab es dann noch ein Buffet für alle Zahlungswilligen. Auf dem Menü stand unter anderem Elchfleisch. Ich werde zu gegebener Stunde das aktuelle Supermarktangebot wahrnehmen und mir dieses dort kostengünstiger göhnen.

Vi ses

Stefan

26-09: Jag har fiskar, som heter SURSTRÖMMING.

Wir betrachten Schweden; nein, hier gibt es keine Massenvernichtungswaffen. Wieso auch, man kann es doch viel einfacher haben:

voilà



(Die schwedischen Mitbewohner wurden auch schon einmal vorgewahnt, schließlich müssen diese erstmal ihre Gasmasken aus der hintersten Schrankecke kramen.)
Leider ging die Party schon 19 Uhr mit anfänglicher Saunasitzung (im Hauskeller befindlich) los. Aber die Schweden sind fast so prüde wie die Franzosen; ohne Badehose läuft da nichts. Ich hatte aber noch Vorlesung bis 20 Uhr und konnte somit nur am leckeren "surströmming happening" teilnehmen.
Als ich mit anderen Kursteilnehmer dann auch endlich ankam, "grüßte" uns der angenehme Geruch, der sich mittlerweile schon im ganzen Haus breit gemacht hat.
Die Dosen wurden also schon geöffnet. Übrigens wird der Fisch außerhalb des Hauses (unter Wasser) geöffnet, um wochenlangen Verwesungsgeruch im Haus zu vermeiden.



Schaut ja recht freundlich aus, der Fisch, aber riechen tut der wie meine Füße nach 3 Tagen ohne waschen.



Komischerweise waren wir nur Austauschstudenten und 3 unserer Mentoren, die dafür zuständig sind, unsere Mentorgruppe zu betreuen. (Dementsprechend sind dies alle Schweden, denn die können ja nur das ganz harte Zeug in Schweden auf Schwedisch kaufen.)
Dann konnte man auch wählen.

Der Beginnerfisch: Ohne Gräten, also filetartig; und Filet klingt doch echt appetitlich.

Oder aber man entschied sich für die harte Variante, Fisch komplett verrottet; und die Innereien gibt es gratis dazu!



Doch wo lebt ein solcher etwas liegengebliebener (vielleicht auch aufgekehrter) Fisch gerne:
Am besten zusammen mit schwedischen Kartoffeln (festkochend), Zwiebeln fein geschnitten, Dill darf nicht fehlen, Creme frâiche (warum auch immer?, vielleicht war mein Fisch Franzose?) und ein komisches Tunnbröd (für Knäckebroteinsteiger). In diesem Milieu fühlt er sich dann richtig wohl und dampft so vor sich hin.



Auch fragte ich jeden schwedischen Mitbewohner, ob er denn nicht mitessen will. Alle winkten ab und holten sich ihr eigenes Essen aus dem Kühlschrank. (Vielleicht hatte die alle eine schlimme Kindheit: Dann heißt es dann nicht wie bei uns: "Iss dein Gemüse, Kind!", sondern "Iss dein Surströmming, mein Junge!")



Mir wurde von jedem Schweden berichtet, daß der Geruch schlimmer als der Geschmack ist. Ich will ja jetzt nicht 9 Mio. Menschen als Lügner abstempeln, aber der Geruch ist gegenüber dem Geschmack eine eher leichten Sommerbrise.
Nach Stunden habe ich es auch dann geschafft den Teller zu leeren; ich wollte ja auch nicht unhöflich gegenüber dem Gastgeber wirken.



Komischerweise waren nach dem Essen dann noch genügend Fischstücke für ganz Schweden da und zusätzlich eine ungeöffnete Dose.
Übrigens findet man den Surströmming zwischen dem Käse und der Butter im Kühlregal führender Supermarktketten.



Das Surströmmingessen war eine skurile, aber dennoch interessante Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen möchte.




Auch hat mir der Tip, den Fisch durch ein Glas Milch zu begleiten, sehr geholfen, da ich ihn leider nicht mit Alkohol desinfizieren konnte. Dieser Tip stammt natürlich von einem waschechten Schweden.



Weiter ging es mit einer feuchtfröhlichen Feier und natürlichen schwedischen Trinkliedern.
Wir sangen dann zum Beispiel ein Lied: "Trinken, Trinken, Trinken" auf schwedisch; komischerweise mit der Melodie von "Schneeflöckchen, Weißröckchen"!



Aber es ist auch noch ein weiter Weg zum schwedischen "Idol".