2007-10-27

27-10: Wochenende

Es ging absolut gar nichts dieses Wochenende. Es war förmlich....


Aber das muß auch mal sein.
Ich habe nur für Quantenmechanik gelernt. Heute war ich nur mal kurz in der Sauna. Ist hier eine tolle Sache. Hier hat fast jeder Studentenblock eine Sauna im Keller integriert. Dann muß man sich nur noch in eine Liste einschreiben und dann kann's losgehen. Vorher noch schnell anschalten, in einer Stunde reingehen, warten bis die eine Seite schön knusprig braun gebraten ist und dann wenden.
Noch nicht einmal eine FIKA wurde dieses Wochenende abgehalten. Aber mal sehen was die nächste Woche bringt. Es steht ja morgen, Sonntag, wieder unsere wöchentliche Sonntagsfika für den Korridor an. Auch habe ich heute erst gegen Mitternacht mein Handy eingeschaltet. Nur zu doof, wenn man dann vom Tandempartner zu einer Party eingeladen wird.
Ich könnte ja auch über das Wetter berichten, aber das lassen wir mal lieber.



2007-10-26

26-10: Shelankov - Gedenktag

Letzte Quantenmechanik 2 - Vorlesung für dieses Semester!




"Wie, schon zu Ende deine Vorlesung? Ihr habt doch erst angefangen. " Das kam man so nicht sagen. Das Semester beginnt hier im September. Man teilt dann das Semester in Viertel oder Hälften ein. Bei den Physikern sind es Hälften, und wer in der Schule aufgepaßt hat, weiß, daß es 2 davon gibt. In jeder Hälfte hört man parallel 2 Vorlesungen und schließt diese dann nach der jeweiligen Hälfte u.a. mit einer Klausur ab. Meine Klausuren sind in 2 Wochen, 2 Stück an der Zahl.
Also ging es an diesem Freitag zur letzten Impulsunschärfe unseren Professors Andrei Shelankov oder wie wir ihn nennen: "Shelashnikov".

Aber fangen wir zuerst mit der Hitliste seiner Aussprüche während der Vorlesungen an:

1. "Jabb" ( Er verwendet es circa hundert Mal in jeder Vorlesung.)



2. "Sott of [...] you know!" (Wir haben geschlagene 3 Wochen gebraucht, um herauszufinden, daß er "sort of" meint!)

3. "I don't know, but your mother must have told you this!"

4. "But you know it from the kindergarden!"




5. "horizontal or vertical? [...] top or bottom [...] left or right."

Zum letzten Punkt müssen noch einige Ergänzungen gemacht werden. Jeder Freitag steht eine "Solving session" an, zu Deutsch aber auch Seminar. Dort dürfen wir dann unsere wöchentlichen "Hausaufgaben" präsentieren. Zuvor machen wir jedoch in einer Liste bei unserem Namen zu jeder Aufgabe, die wir im Stande sind sicher an der Tafel zu lösen/vorzustellen, ein Kreuz. Dann holt er seinen Zufallszahlenzettel heraus und es geht das wöchentliche Spiel ([5]) los.
So kam es auch mal vor, daß eine Kursteilnehmerin 3 Mal (von insgesamt 5 Aufgaben) an der Tafel vorrechnen durfte.
Aber ein weiteres Mysterium sind wird noch auf der Spur. Unter den insgesamt etwa 15 Kursteilnehmern befanden sich nur die 6 Personen unserer Rechengruppe UND ein schwedischer Student, die wirklich permanent Kreuze machten. Und nach 8 Seminaren à 5 Aufgaben, war jener schwedische Student nicht einmal an der Tafel, obwohl er immer Kreuze gesetzt hat. Der letzte Zufallszahlenzettel wird aktuell noch von "Boris the blade" ausgwertet!


Wie wurde die letzte Stunde aber nun beendet? Natürlich mit großem Applause von allen Kursteilnehmern. Er hat sich wie ein Nobelpreisträger ohne Nobelpreis feiern lassen.
Auch habe ich viel über Schrödingers Katze gelernt; was mit ihr überhaupt los ist. Ihr geht es ja an manchen Tagen nicht so gut, und dann fragen wir Physiker uns immer, ob sie tot oder lebendig ist.

Aber es folgt noch die Hitliste seiner physikalischen "Schmankerl":

1. Maxwelll, ihr lest richtig mit drei "hlll"

2. Ein Ängström war bei im 10^(-8) m. Man lernt eben nie aus. Aber bitte nicht mit einem Shelankov ( 1 Shk ) verwechseln, daß waren nämlich 137 Nanometer.

3. Der Kreisflächeninhalt beträgt 2*PI*r² . (r... Kreisradius) (Um es mal mit seinen Worten auszudrücken: "I thought of 2*PI*r and then the unit "meter" was missing for the circle area.")

Zum Schluß sollen noch die letzten Bilder einiger (um genau zu sein 2) Kursteilnehmer folgen. Es handelt sich hierbei um "Boris the blade" und Bastien aus Frankreich.






2007-10-25

25-10: Sono goes Jazz

Jazz Festival in Umeå (24.- 28.10 2007)



Wie im jeden Jahr fand auch diesmal das größte Jazz Festival Schwedens (/Europas ?) in Umeå statt. Jazz bedeutet Kultur und Kultur ist immer gut.
Leider ist diese für arme Studenten nicht immer erschwinglich.
So müßte man sich eigentlich eine Tages- oder Zwei-Tageskarte für umgerechnet 30 € bzw. 44€ kaufen. Damit kommt man dann in die Säle der Konzerte rein, jedoch muß man sich dann noch zusätzlich eine Platzkarte für das jeweilige Konzert zulegen.
Das geplante Konzert "Sono goes Jazz" war aber in der NorrlandOperan, in der insgesamt nur 2 (?) der vielen Veranstaltungen abgehalten wurden.


Norrlandsoperan

Wir entschieden uns für "Sono goes Jazz" am Donnerstag, konnte das meine Haushaltskasse doch verkraften.

Diesmal habe ich es pünktlich zum Konzert geschafft. Ich durfte doch echt einmal auf den Rest "der "Meute" warten. War schon ein tolles Gefühl so mit dem geerbten Zuspätkommen; da fühlt man sich doch gleich ein bißchen besser
Ein großes Manko war die Abendgaderobe, die fehlte schlichtweg bei mir. Also den besten Pulli und die beste Hose aus dem Schrank gekramt und dann ab in das Anzugsgetümmel.
Eigentlich liegt der Altersdurchschnitt der etwa 110 000 Seelenstadt Umeå bei etwa 37 Jahren. Maßgeblich tragen dazu natürlich die Studenten bei, also du und ich und Hinz und Kunz.
Doch als ich dann die Eingangshalle der Norrlandsoperan betrat, ergraute meinen Haare fast und ich fühlte mich um 20 Jahre gealtert. Es kam mir so vor, als hätten sich so ziemlich alle Pensionäre aus Umeå (vielleicht sogar Schweden? es gibt ja hier nur 9 Mio.) versammelt.

Aber nichts anmerken lassen und rein in den Konzertsaal hieß es dann.
Der weibliche Dirigent schritt pünktlich in den Kozertsaal und es vergingen etwa 50 Minuten Koultur wie im Fluge.
Unter anderem hörte man in der zweiten Hälfte des ersten Teils (,also jener vor der Pause,) Martin Fröst, ein Klarinettenvirtuose, der seinesgleichen sucht. Er war in diesen 25 Minuten aber auch der einzige, der ohne Notenblätter gespielt hatte. Zum Schluß seines Auftrittes folgten dann noch einige Soloeinlagen/-zugaben. Was dieser Mensch aus so einem Instrument zauberte , bleibt mir physikalisch immer noch ein Rätsel.


Martin Fröst

Aber das Schärfste an diesem Abend war mal wieder die Pause. Richtig, wer in meinen Beiträgen immer schön mitgelesen hat, weiß, wie das hier richtig heißt. FIKA ist das Zauberwort.
Eigentlich erwartet man ja etwa Sekt oder Wein in den Pausen. Dem Preisaushang zu Folge war das auch kein Problem. Doch wirklich jeder in der Vorhalle hatte eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.
"Die spinnen die Schweden!"

Nach der Pause ging es dann mit dem letzten Drittel weiter. Hier sollte es dann ein wenig dem Charakter des Jazzfestivals genügen, richtig es war ja immer noch eine Veranstaltung im Rahmen des Jazzfestivals. Es wurde eben ein bißchen "jazzy", blieb aber dem Charakter eines klassischen Konzertes treu.

Ein sehr schöner Abend mit angenehmen Klängen ging an diesem Tag zu Ende.
Aber das nächste Konzert folgt ja schon im Dezember. Dann heißt es ab zur "Moldau".
JAHA sage ich dann immer, gefolgt von einem JASÅ.

2007-10-23

23-10: Jag har fikat!

(Ich habe "gefikat!")

Auf ein Neues, oder besser, auf eine Neue (FIKA). (Vorab: Diesmal folgt nur Text, aber ich versuche es so blumig wie möglich zu (be-) schreiben.)

Diesmal war es nicht irgendeine noll-åtta-femton-FIKA (0815-Fika). [...]Ich sollte besser mit einer kleinen Vorgeschichte beginnnen.
In der ersten Hälfte dieses Wintersemester belege ich den Kurs "Sweden's Social and Economic Geography". In diesem Kurs habe ich schon sehr viel über Schweden gelernt. Und es reicht sogar um die Einheimischen auf Korridorpartys mit geballten Fakten zur schwedischen Geschichte, Wirtschaft und und und zu beeindrucken. Der Kurs wird von einem schwedischen Lehrer, dem noch 2 Jahre bis zur Pension fehlen (, dann ist er 67) gehalten. Nichtsdestotrotz ist dieser, auf Englisch gehaltene Kurs sehr lebendig und motivierend. So wurde mit den etwa 25 Kursteilnehmer schon ein Ausflug (im extra dafür gebuchten Reisebus) rund um Umeå unternommen. Man möchte fast meinen, mehr von Umeå als deren Einwohner gesehen zu haben.

Dieser Kursleiter hat uns nun auf eine FIKA in seiner Wohnung eingeladen. Aber die gesamten Kursteilnehmer wurde auf 2 Gruppen aufgeteilt, denn leider besitzt er nur eine Wohnung und kein typisch schwedisches, rotes Holzhaus in der Pampa.
Gegen 19:00 Uhr waren wir dann schon zu siebt in seiner Wohnung. Seine Frau begrüßte alle gleich sehr herzlich und es wurde auch sofort schwedisch gesprochen, ihr lest richtig, schwedisch, svenska, swedish. Endlich darf ich Schwedisch sprechen.
Ein befreundetes Ehepaar der Gastgeber und der zweite Kurslehrer des schwedischenGeografiekurses waren auch anwesend. Das schwedische Vokabular lag quasi in der Luft, es mußte nur noch von allen der "exchange students" genutzt werden.
Insgesamt befanden sich 15 Personen in der Wohnung. Die Fika war auch bezüglich des Kuchen ein Traum. Es gab wirklich alles.
Und wieder einmal habe ich etwas neues kennengelernt; schwedischer Käse aus Västerbotten. Möhren-Nußkuchen, Kanelbullar, grapfenähnliches Gepäck, Haferflockenplätzchen, Apfelkuchen, Weintrauben, Paprikastückchen, Eiscreme und kleine Schälchen mit Beeren und der hier ansässigen Flingonbeere zierten das Gedeck. Kaffee durfte natürlich auch nicht fehlen, stellte aber neben dem Flingonbeerensaft nur eine eher schwache Alternative dar.
Und so redete wir die ganze Zeit auf Schwedisch. Irgendwann schlug die Uhr dann 22 Uhr und wir machten uns etwa gegen 22:30 Uhr auf den Heimweg.
Endlich mal etwas anderes als dieser dreckige Korridor, eben Stil. Eigentlich ein Grund, nächstes Semester wieder am Kurs teilzunehmen.

2007-10-21

21-10: Gammlia BildMuseet

Heute stand wieder einmal Kultur auf dem Programm. In Umeå befindet sich das sogenannte "Bildmuseet" im Stadtteil Gammlia. Es handelt sich dabei um eine Kunstausstellung, die etwa jeden Monat das Thema wechselt.
Die Ausstellung kann jeden Tag für einige besucht werden, also war Sonntag ein idealer Tag für kleine kulturelle Häppchen.

Auf dem Weg dorthin sah ich noch meinen kleinen Freund.




Angekommen in Gammlia:

Gammlia BildMuseet und Ankündigung der aktuellen Ausstellung

Unter anderem betrachtete ich einen riesen Baum aus schwarzer Plastikverpackung und wenn ich riesig schreibe, dann meine ich auch riesig. Es war ein liegender Baum, aber selbst wenn man ihn aufstellen wöllte, hätte er hinsichtlich der Höhe keinen Platz im Museum .
Aber eine Besonderheit dieser Austellung wartete neben den vielen ansprechenden Bilder noch auf mich.


Anneke Eussen, Zentai 02, 2007
(Quelle: http://www.bildmuseet.umu.se/exhibit07.html)

Ein Gebäudeflügel wurden mit 3 riesigen, nebeneinanderstehenden Leinwänden ausgestattet. Diese wurden durch 3 Beamer angestrahlt und alles im Raum war abgedunkelt. Dann folgte in einer Endlosschleife das Werk "True North" von Isaac Julien. Das Werk wurde also auf die 3 Leinwände aufgeteilt. Das Stück dauerte etwa 12 Minuten und war sehr beeindruckend, vor allem wegen der Landschaftsaufnahmen.

"In conjunction with the presentation of the film True North by British artist and filmmaker Isaac Julien at Bildmuseet, this two-day symposium is offering interdisciplinary approaches to and multiple perspectives on current polar research."
(Quelle: http://www.bildmuseet.umu.se/exhibit07.html)


alle 3 Leinwände

Die Herkunft einiger Künstler dieser Ausstellung stellte einen interessanten Aspekt dar. So kamen 2 der Künstler aus Deutschland und sind dort aktuell künstlerich/beruflich tätig. Eine deutsche Künstlerin absolvierte sogar ihren Abschluß hier an der Kunsthochschule in Umeå.