2007-09-27

27-09: Ich glaub', mich knutscht ein Elch.

Besuch der Elchfarm in Bjurholm (60 Km nordwestlich von Umeå)


Ich brauche Moos, ganz viel Moos. Warum? Schweden ist eben teuer, da hilft auch nicht der starke Euro-Dollar-Wechselkurs. Oder wie meine Freunde in Kanada sagen "moose", was so viel wie Elch bedeutet. Aber auf Schwedisch sind es dann doch die "älgar"(älg (sing.)).

Wo fangen wir an? Den erste Schritt stellt natürlich die richtige Reiseplanung dar.
Schon anfangs während der "Orientierungswoche" haben wir zwei Jeneser (Albrecht und ich) auch noch zwei weitere Studenten aus Jena getroffen. Beide studieren Biochemie. Weiterhin sind beide mit einem Auto in Umeå angereist.
Da die Elchfarm in Bjurholm nur etwa 60 Km von Umeå entfernt liegt, sollte ein Ausflug kein Problem darstellen. Selbst ein Navigationsystem war vorhanden. Die schwedischen Straßen sind schon sehr lustig. Man fährt durchschnittlich 90 Km/h und wird aller 5 Km vor einem 2 Km entfernten Blitzer gewarnt; aber in allem doch sehr human geregelt. Zwei Spuren in jede Richtung stellen eher die Ausnahme dar(;eine Spur ist hier üblich).
Angekommen in Bjurholm reihten wir uns in die elchfanatisierte Gruppe von etwa 22 Personen ein. Viele nichtschwedische Teilnehmer reisten mit einem extra dafür gemieteten Auto an. Die Japaner/Chinesen durften da natürlich nicht fehlen. Und so wurde schon vom Beifahrersitz aus dem Auto heraus gefilmt, obwohl das Auto noch nicht einmal still stand.



An der Information bezahlten wir dann den Eintritt und bekamen daraufhin eine deutsche Übersetzung aller Museumstexte in die Hand gedrückt.
Erste Station war das besagte Elchmuseum (, was natürlich zur Elchfarm gehört). Dort gab es vielerlei Hintergrundinformation zu, richtig, Elchen; eben alles, was man über Elche wissen sollte.







Es folgete eine Diashow über Elche in jeder Lebenslage. Aber der Höhepunkt sollte noch folgen.
Es ging zu den Elchen, nicht diese "Plüschviehcher". Ich rede von einem 2 Meter hohen, 400 Kg schweren geballten Stück Fleisch. Glücklicherweise trennte uns ein Zaun von 3 Elchen. Ich falle nicht auf ihre "einen auf harmlos machen"-Masche rein. Langsam näherten wir uns dem Zaun. Ich sah schon langsam mein Leben an mir vorbei ziehen. Sie näherten sich auch mehr und mehr dem Zaun.





[...] Dann hieß es Fütterungszeit. Der Elchfarmbesitzer sollte dies höchstpersönlich ausführen. Er ging also ins Gehege, mit allerlei Leckereien wie Busch, Äpfel und Karotten. Wir sollten ihm folgen. Jetzt hieß es nur noch, "Dieses Gehege ist zu klein für uns zwei." Wir mußten unseren Ängsten ins Auge sehen. Ihre scheinbar harmlose knuffige Nase ragte mehr und mehr in unsere Richtung.




Doch was ist hier los?
Plötzlich wurde mir alles klar. Diese "Pitelche" wurde einfach nur abgerichtet, zu zahmen Schoßelchen erzogen. Brav Männchen machen wenn das Alpahtier alias Farmbesitzer kommt.
Und wenn mich dann jemand fragt, wie es war, dem Tod ins Auge zu blicken, dann kann ich sagen, ich blicke ihm nichts nur ins Auge, nein ich streichelte ihn auch.



Doch sollte das alles noch nicht reichen, jetzt ging es zur kindlichen Unschuld.
Wir besuchten die Babyelche. Auf's Grausamste abgerichtet, nachdem sie direkt nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden, mußten sich diese der Besuchergruppe stellen.






Insgesamt habe ich 4 erwachsene Elche und 4 Babyelche gesehen, berührt, gefüttert und quasi für einige Augenblicke dem Tod ins Auge gesehen. Es war ein schönes Erlebnis.
Zum Abschluß gab es dann noch ein Buffet für alle Zahlungswilligen. Auf dem Menü stand unter anderem Elchfleisch. Ich werde zu gegebener Stunde das aktuelle Supermarktangebot wahrnehmen und mir dieses dort kostengünstiger göhnen.

Vi ses

Stefan

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