voilà
(Die schwedischen Mitbewohner wurden auch schon einmal vorgewahnt, schließlich müssen diese erstmal ihre Gasmasken aus der hintersten Schrankecke kramen.)
Leider ging die Party schon 19 Uhr mit anfänglicher Saunasitzung (im Hauskeller befindlich) los. Aber die Schweden sind fast so prüde wie die Franzosen; ohne Badehose läuft da nichts. Ich hatte aber noch Vorlesung bis 20 Uhr und konnte somit nur am leckeren "surströmming happening" teilnehmen.
Als ich mit anderen Kursteilnehmer dann auch endlich ankam, "grüßte" uns der angenehme Geruch, der sich mittlerweile schon im ganzen Haus breit gemacht hat.
Die Dosen wurden also schon geöffnet. Übrigens wird der Fisch außerhalb des Hauses (unter Wasser) geöffnet, um wochenlangen Verwesungsgeruch im Haus zu vermeiden.
Schaut ja recht freundlich aus, der Fisch, aber riechen tut der wie meine Füße nach 3 Tagen ohne waschen.
Komischerweise waren wir nur Austauschstudenten und 3 unserer Mentoren, die dafür zuständig sind, unsere Mentorgruppe zu betreuen. (Dementsprechend sind dies alle Schweden, denn die können ja nur das ganz harte Zeug in Schweden auf Schwedisch kaufen.)
Dann konnte man auch wählen.
Der Beginnerfisch: Ohne Gräten, also filetartig; und Filet klingt doch echt appetitlich.
Oder aber man entschied sich für die harte Variante, Fisch komplett verrottet; und die Innereien gibt es gratis dazu!
Doch wo lebt ein solcher etwas liegengebliebener (vielleicht auch aufgekehrter) Fisch gerne:
Am besten zusammen mit schwedischen Kartoffeln (festkochend), Zwiebeln fein geschnitten, Dill darf nicht fehlen, Creme frâiche (warum auch immer?, vielleicht war mein Fisch Franzose?) und ein komisches Tunnbröd (für Knäckebroteinsteiger). In diesem Milieu fühlt er sich dann richtig wohl und dampft so vor sich hin.


Auch fragte ich jeden schwedischen Mitbewohner, ob er denn nicht mitessen will. Alle winkten ab und holten sich ihr eigenes Essen aus dem Kühlschrank. (Vielleicht hatte die alle eine schlimme Kindheit: Dann heißt es dann nicht wie bei uns: "Iss dein Gemüse, Kind!", sondern "Iss dein Surströmming, mein Junge!")


Mir wurde von jedem Schweden berichtet, daß der Geruch schlimmer als der Geschmack ist. Ich will ja jetzt nicht 9 Mio. Menschen als Lügner abstempeln, aber der Geruch ist gegenüber dem Geschmack eine eher leichten Sommerbrise.
Nach Stunden habe ich es auch dann geschafft den Teller zu leeren; ich wollte ja auch nicht unhöflich gegenüber dem Gastgeber wirken.
Komischerweise waren nach dem Essen dann noch genügend Fischstücke für ganz Schweden da und zusätzlich eine ungeöffnete Dose.
Übrigens findet man den Surströmming zwischen dem Käse und der Butter im Kühlregal führender Supermarktketten.
Das Surströmmingessen war eine skurile, aber dennoch interessante Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen möchte.


Auch hat mir der Tip, den Fisch durch ein Glas Milch zu begleiten, sehr geholfen, da ich ihn leider nicht mit Alkohol desinfizieren konnte. Dieser Tip stammt natürlich von einem waschechten Schweden.
Weiter ging es mit einer feuchtfröhlichen Feier und natürlichen schwedischen Trinkliedern.
Wir sangen dann zum Beispiel ein Lied: "Trinken, Trinken, Trinken" auf schwedisch; komischerweise mit der Melodie von "Schneeflöckchen, Weißröckchen"!
Aber es ist auch noch ein weiter Weg zum schwedischen "Idol".










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