Kurz nach der Schwedischklausur hatte ich eigentlich Lust auf Entspannung; einfach mal den Papst Papst sein lassen.
Für diesen Tag wurde unter anderem das 2. International Dinner unserer Mentorgruppe geplant, aber die Zeit für das Vorbereiten eines landestypischen Gerichtes hatte einfach nicht gereicht. Es sollte also ein ruhiger Abend werden.
Doch dann kam alles anders. Mein schwedischer Tandempartner wollte mich mal wieder Treffen (nach seiner Woche in Stockholm) und sah ein privates Oktoberfest als günsitgen Anlaß.
So fragte er mich per SMS, ob ich komme und ob ich etwas Deutsches hätte, wie zum Beispiel Lederhosen. Ich dachte, ich hätte wirklich an alles gedacht, aber die Lederhose hatte ich natürlich zuhause in Deutschland vergessen.
Gegen 19 Uhr traf ich dann auf der Oktoberfestpartymeile, auch Korridor genannt, ein und mir kamen auch gleich dutzende oktoberfestwürdig-gekleidete Personen entgegen.
Der erste Akt war die Vergabe von Namensschildern für alle. Ich war der "Alois", aber es gab noch andere lustige Namen wie Liserl, Peter, Sannerl, Heidi und und und.
Alle waren insgesamt sehr bayrisch gekleidet. (Einige Schweden kauften sich extra noch einen bayrischen Hut für umgerechnet 10€.) Schnell wurde im Nebenzimmer noch die Oktoberfestmusik auf den iPod kopiert.
Und dann ging das Fest auch schon los. Austragunsrt war der gemeinsame Wohnbereich im Korridor zweier Würzburger Austauschstudenten. Komisch, ich dachte dieWürzburger gehören zu den Franken. Aber es sollten nicht die einzigen Würzburger sein. Daneben fanden sich natürlich auch einige Schweden, wie mein Tandempartner, aber auch finnisches Mädels in Trachtenkleidung ein. Nichtdestotrotz wurde am gesamten Abend eigentlich nur Deutsch gesprochen, einzige Ausnahme bildeten einige englische Dialoge mit schwedischen Gästen.
Aber das war noch nicht alles. Zur Verköstigung gab es Brez'n, auch die glutenfreie Variante für besondere Personen, Zwiebelkuchen und Obazda.
Der Alkohol durfte natürlich nicht fehlen und so brachte jeder typisch bayrisches Bier aus dem Systembolaget mit.
Es wurde das Lied der Bayern gesungen oder aber Schuhplatler getanzt. Gut, daß ich filmen/fotografieren mußte.
Eine weiteren Akt der Zeremonie stellte das Vorlesen eines sehr bayrisch angehauchten Textes durch die schwedischen und finnischen Gäste dar; ein sehr erheiternder Moment für alle Beteiligten.
Finnisches Intepretation des "deutschen" Textes
Aber auch "Singen oder Saufen" wurde zelebriert.
So ging die Oktoberfestnacht dann für mich bis 1 Uhr und den ganzen Abend über bedrückte mich so ein Gefühl von Unwohlsein. Es war das eine Stück Zwiebelkuchen, das schwer im Magen lag.


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