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| Samiwoche auf dem Campus |
Endlich Freitag! Diese Woche war selbst für schwedische Verhältnisse einfach nur schrecklich. 28 SWS und davon ganze 20 für Festkörperphysik.
Die Lanschaft, vor allem jeden Morgen zur Uni, glitzert unverändert schön durch den vielen Schnee.
Diese Woche ist die sogenannte "Samiwoche" in Umeå. Ein facettenreiches Kulturprogramm erwartet alle Samiinteressierten. Begonnen bei Museumsausstellungen über Diskussion, weiter zu Filmvorstellungen gefolgt von Konzerten bis zum bitteren Ende am Sonntag.
Einen interessanten Film hatte ich mir gestern schon zu Gemüte geführt. Morgen geht es dann wahrscheinlich zur nächsten Filmvorstellung und den Museumsbesuchen.
Aber heute wollte ich dem Samikonzert auf dem Campus beiwohnen. Doch nicht nur das Konzert sollte Teil der Samiwoche an der Universität sein.
Gegen 12 Uhr trat Simon Marainen auf, natürlich war seine Kunst kostenlos aber nicht umsonst. Er präsentierte sich in landestypischer Samitracht. Er sang ganz alleine, seine Band war leider nicht anwesend. Es war aber viel mehr eine Art Werbung für sein am Abend stattfindendes Konzert hier in Umeå, natürlich nicht frei; deswegen dann auch durch seine Band begleitet.

Er sang mehrere Stücke und las sogar aus einem Buch. Dann erzählte er noch aus dem Nähkästchen, u.a. daß er an einem Samisongcontest teilgenommen hat, leider nur der unglückliche Zweite geworden (Hatte da Dieter seine Hand im Spiel?) . Die zugehörigen CDs standen nach dem Konzert dann auch noch zum Verkauf, leider zu einem stolzen Preis von 160 SEK (rund 17€), vielleicht noch nicht einmal DMR-frei, wer weiß das so genau?
Nach diesen 40 Minuten ging es dann zum Dönermann! Nicht irgendso ein Gammelfleischdöner aus Deutschland sollte mich erwarten; nein, hochwertiges Rentierfleisch. Bei einem stolzen Preis von 55 SEK (6 €) erwarte ich somit auch einen geschmacklichen Hochgenuß. Doch wäre da nur nicht diese Schlange. Geschlagene 30 Minuten mußte ich auf mein Döner warten, war danach um 55 SEK ärmer, aber wenigsten um ein Geschmackserlebnis reicher.


Ich muß sagen, das Rentierfleisch schmeckt sehr gut, schwer zu beschreiben, aber es kommt nahe an einen Wildgeschmack heran. Der kleine Döner war schneller verputzt als er kalt werden konnte. Und somit gin es weiter zum lebenden Wild. Auf dem Weg dorthin bemerkte ich die samische Flagge (um genau zu sein zwei Stück), die neben der schwedischen wehte(n).

Insgesamt wurden 3 Rentiere liebevoll in die Landschaft eingefügt. Zwei davon waren arbeitslos; standen nur dumm rum und ließen sich so gar nicht streicheln, ganz zu schweigen von ihrer Fotogenität.

Das Arbeitstier mußte, wahrscheinlich den ganzen Tag über, Menschen auf einem Schlitten von A nach A ziehen.

Wem der Rentierfellgestank von damals im Eishotel in Kiruna noch nicht gereicht hatte, konnte es sich auf jenen in einem beheizten Zelt gemütlich machen.


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